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Er sucht als Musiker zur Lyrik den Untergrund,zum Beispiel die Regel. Er schöpft seine lyrischen Personennur aus seinen musikalischen Stimmungen, deshalb deckensie sich als Ganzes. Die eigentliche Dramatik derMusik unmöglich. In der grossen Tannhäuserscene wirktder dramatisch-pathologische Zustand, die Musik ist hiernur ein Idealismus, der das Wort verdrängt hat.
Wagner wählt aus der in ihm lebenden Musik:die Charakteristik ist entnommen der scharfen Be-obachtung der executirenden Sänger und Musiker.Hier liegt alle Nachahmung: die Tempobezeichnung„schnell“ ist keine absolute, sondern nur für den aus-übenden Musiker. Das Orchester wird so entsprechend„mimisch“ gedacht: es wird zur Mimik von drama-tischen Sängern das Analoge in der executirtgedachten Musik gesucht. Die Declamationgehört vor allem zu dieser Mimik: der nun jetzt dieMimik des Orchesters entspricht. Das Orchester ist so-mit nur eine Verstärkung des mimischen Pathos. DieMusik selbst, die in das geschaute Schema eingezwängtwird, muss jetzt ledig aller der strengen Formen sein,das heisst vor allem der streng symmetrischen Rhythmik.Denn die dramatische Mimik ist etwas viel zu Be-wegliches, Irrationales für alle Formen der absolutenMusik, sie kann nicht einmal den Takt einhalten, unddeshalb hat die Wagner’sche Musik die allergrösstenTempoverschiebungen. Diese Musik wird nun wiederals hergestellte Urmusik begriffen, weil sie schranken-los ist: sie entspricht dem Stabreim.
Die Chromatik wird gefordert, um die plastischeKraft der Harmonieen zu entfesseln, das heisst wiederumals Differenzirung des mimischen Pathos. „DramatischeMusik“ falscher Begriff.