VIII
Überfülle aufgesprossten Blüthenkeime reifen zur Frucht.Dass er fast fertige Schriften wie die „Zukunft unsererBildungsanstalten“ und „die Philosophie im tragischenZeitalter der Griechen“ nicht zum Druck gebracht hat, dasser eine Reihe geplanter Werke vom Cyklus der „Unzeit-gemässen Betrachtungen“ bis zu den Schlusstheilen des„Zarathustra“ nicht ausgeführt hat, das hängt schliesslich anäussern Zufälligkeiten: Amts - Überbürdung, Zuständenseiner Nerven und Augen und andern Sinnlosigkeitendes Schicksals, das ihn schliesslich zum Schweigenzwang in dem Augenblick, als er sich anschickte, derWelt das „unabhängigste“ seiner Werke zu geben. Undweil die von ihm selbst vollendeten Schriften nur Bruch-stücke einer überschnell jagenden, vor der Zeit jäh ab-brechenden Entwicklung sind, muss es unternommenwerden, durch Sammlung des unvollendet Gebliebenen,der Tücke eines feindlichen Schicksals zum Trotz, einGesammtbild seines Werks zu geben.
Es konnte nicht zweifelhaft sein, dass es unzulässigwar, die Reihe der von ihm selbst zu Ende geformtenBücher in rein chronologischer Anordnung mit der Füllevon Studien, Plänen und Bruchstücken zu vermischen.Die Übersichtlichkeit der Entwicklung hätte dabei nichtgewonnen, und die künstlerische Einheit wäre beisolchem Durcheinander von Formlosem, Flalbgeformtemund Formvollendetem zerstört worden. Der stille grosseFluss der Hauptlinien durfte durch die krausen Zügeder Skizzen nicht gekreuzt werden. So ergab sich dieNothwendigkeit, die Gesammtausgabe in zwei Abthei-lungen zu trennen. Vielleicht wird ihnen ein Anhangmit einigen philologischen Arbeiten folgen.
Die Abgrenzung der beiden Abtheilungen er-giebt sich von selbst. Die erste enthält, ausser den früher