Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Neunter Band (1795)
Entstehung
Seite
XX
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Mr Heinrich der M.

rendrein jeder der französischen Großen aus denTrümmern des valesischen Throns, soviel er ver-mochte/ aufzugreifen trachtete/ um dadurch zueiner eigenen Souveramctät im Kleineren empor-zusteigen, lauerte der Spanier blos, bis sie dasZerstückeln und Niederrcissen unter sich selbst vol-lendet haben würden. Alle sollten alsdann, wol-lend oder wider ihren eigenen Millen, nur Arbei-ter für seinen Plan gewesen seyn. Teilweisewollte er das ganze Frankreich zum Anhängsel vonseinem Spanien machen / um bald darauf, sowähnte seine Grandezza/ das übrige Europa tiefunter sich sehen zu können. Aber glücklicherwei-se hatte das ganze Schauspiel nichts von innerlicherEinheit. Im Fortgang zernichtete jeder Auftrittsich selbst und lößte sich ohne gemeinschaftliche Ent-wicklung. Die ganze Zeitgeschichte Heinrichs desHI. des ähnlichsten und gelicbtesten Sohns derCa-tharina von Medicis, kann am besten die Inschrifterhalten: die Kabale verschlingt sich selbst. Dennnur dies war das Uebereinstimmende im Ganzen,das; jede Gruppe der handelnden Personen die an-dere durch List und Gewalt vom ganzen Schauplatzzu verdrängen strebte und daß jeder einzelne seineRolle mit einer entgegengesetzten verrauschte, so oftes ihm beliebte. Der Schauplatz allein gab eineäußerliche Einheit. Aber welch ein Schicksal fürFrankreich, daß dies Land dazu bestimmt zu seynscheint, andern Nationen überall die tragischen

Situa-