diese sich in der Gewalt von Leuten einer ganz andernReligion befanden, sie dennoch keine Unannehmlich-keiten davon erfuhren, und er, übcrdieß genau daraufhielt, jede Art von Ausschweifungen zu unterdrücken,so daß statt der Unordnungen und Gewaltthärigkei-ten, welche heut zu Tage ungestraft verübt werden,und wegen deren oft der feindliche Krieger wenigergefürchtet wird als der einheimische, Raub, Nothzuchkund Gotteslästerung, sonst unter den meisten Solda-ten so gemein, bey den seinigen unbekannte Dingewaren. Die, welche die Contribukionen beyzutrei«ben hatten, betrugen sich dabey mit solcher Beschei-denheit, daß es ein Hauptverbrechen war , die minde-sten Erpressungen zu machen, welche sonst bey Perso-nen in dergleichen Stellen üblich sind. Da er sick soverhielt, was die Nachrichten, die ich vor mir habe,nicht genug loben können , und meine Leser ohne Zwei-fel ebenfalls sehr lobenswürdig finden werden, konnteer mit einem kleinen Heere Thaten verrichten, welchein unfern Zeiten die größten Mühe haben zu Standzu bringen: so unentbehrlich sind für einen Feldherr«Ordnung und gute Mannszuchk.
Neuntes Kapitel.
Belagerung von Cavours.
§^ie Absicht des Herzogs, Lesdiguieres durch Unter»hantlungen hmzuhälten, und unterdessen Zeit zu ge-winnen , seine Truppen nach Saluzzo zu bringen, umsie dann an die Oerter zu verlegen, die ihrer am mei-sten benöthigt wären, war ihm einigermassen gelun-gen. Denn während der Graf von Morete ab undzu reiste, formirte der Herzog sein Corps ohne daß