?46
chcr Meynung Zu sspn scheinen. Kurz, bis zum Anfang diesesJahrhunderts scheint über diese Sache nur eine Stimme ge-wesen zu sey», der auch noch verschiedene unsrer neuern Ge-schichtschreiber beysiimmten.
Viktor,» 8iri memoris reccmäiw D. I. ^ 29. ziH.1 . II. p. 45. mc. ist meines Wissens der erste, der diesegroße Unternehmung für ungereimt und unmöglich ausschrie.Allein die Unwissenheit, die er in dieser ganzen Sache, selbstbey den unbestrittensten Punkten zeigt, seine Anhänglichkeitan dis spanische Politck, die durch sein ganzes Werk hervor-stechende Abneigung gegen Heinrich IV. und dessen Minister,machen sein Zeugniß billig hierum ganz verwerflich. DieseMeynung wurde nach ihm von dem Verfasser der IIiss. c!o 1aIblöro et clu kus 1'. I. p. 44. angenommen und zwar ausdemselben Grund einer Anhänglichkeit an die.Königin» Mut-ter Ludwigs XIII. Uebrigens scheint dieser Schriftsteller,wer er auch sey, der für seine Meynung keinen andern Be-weis ansührt, als das Alter Heinrichs von bcynahe sechzigJahren, so schlecht unterrichtet, daß man sagen möchte, erhabe nicht einmal die Vorsicht gerannt, die man gebrauchthaben würde, bieß Werk in drey Jahren zn endigen, und er be-streite die Meynung des Herzogs von Sully ohne sie zu kennen.
Weit mehr würde ich dem Ansehen einiger andern Po-litiker cinräumcn, die cs als unmöglich ansehen, daß die Ge-stalt von ganz Europa so sehr hätte verändert werden können,als Heinrich im Ginne hatte, und die übrigens finden, das; manin diesen Tagen ein weit glücklicheres Mittel erfunden habe,Las Gleichgewicht in Europa zu erhalten, als das, wodurchman den alten Rath der Amphiktyonen wieder aufleben lassenwollte, nämlich die Vorsicht alle vorzüglichen Mächte denTraktaten. selbst den besondern beytreten und solche garankirrcn zu lassen. Alle die Unfälle, welche der Krieg über unsgebracht har, zeigen hinlänglich, daß diese Vorsicht nichts we-niger als hunerchend ist. Und was den Grund der Frage be-trifft, so stimme ich darinn mit ihnen überein, daß Europanur äußerst schwer heut zu Tage in den Zustand gesetzt wer-den kann, worein Heinrich der Große es setzen wollte. Darumglaube ich aber doch, ohne übrigens jemand zu meiner Meynungnölhigen zu wollen, daß die, welche das Projekt dieses Herrnals ein Lustschloß behandeln, nicht gehörig auf die Zeitumstan-de sehen, wo Europa so oft in Gefahr, die Beute des HauissOsj.rcich zu werden, und von blutigen Kriegen zerstört,Weiche Rer
iigiens!