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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
408
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wieder auf Temperamente. Alle andern streitigen Ar«tikcl wurden glücklich beygelegt, und der den Herrn vonSully betreffend, blieb auf sich beruhen, - weil' wahr«scheinlich jedermann überzeugt war, es sey ohne denMindesten Schein von Gerechtigkeit, daß man ihnfür einen ungetreuen Minister, oder gar für einen Feinddes Staats ausgeben wolle, und weil der Herzog vonBouillon, selbst empfindlich darüber, sich durch dieRegentin um die dafür gehoffte Belohnung gebrachtzu sehen, plötzlich aufhörte, mit derselben Hitze zu Werkzu gehen. Der Herzog von Sully blieb also hieraufin-demselben Zustand, worinn er den Hof verlassenhatte.

Im folgenden Jahr war der Religionskrieg demAusbruch wieder nahe, durch einen Vorfall, auf denunsre Memoiren vorzuberciten scheinen, daß nämlichBrassac, der von Sr. Majestät zum Königsstatthaltervon St. Jean d'Angely nach des Agenaux Tod, er-nannt morden war, aus diesem Platz durch den Herzogvon Rohan verjagt wurde, welcher durch sein ganzesBenehmen von dieser Zelt an hinlänglich bewies, daßseine Gesinnungen sehr von denen des Herzogs seinesSchwiegervaters verschieden waren. Obschon die Re«gentin damals im Stand war, Gesetze vorzuschreiben,und alle Kalvinisten sie sehr gefürchtet hatten, endigte sichdoch diese Sache ganz zum Vortheil des Herzogs vonRohan, der alles erhielt, was er verlangte. DerHerr von Sully Unterzeichnete den Vergleich, welcherauf der Synode zu Privas mit dem Herzog von Ro-han auf einer« und den Agenten des Königs auf derandern Seite geschlossen würde: dieß war der ganzeAntheil, den er an dieser großen Streitigkeit nahm.

Folgende zween Briefe, die ich nach dem in demKabinet des Herrn Herzogs von Sully ausbewahrten

Ori-