245
nicht. Die Entscheidung, die man sogleich auf derStelle geben mußte, verurtheilte sie, die rechte Bankden weltlichen Pairs zu überlaffen, und auf die geistli-che zur linken Seite zu gehen. Als daselbst die Car«dinäle eben so wenig Lust hatten, ihnen zu weichen,so giengen sie lieber ganz weg, und wollten nicht beyder Cercmonie bleiben. Ich nahm eben so wenig An-theil daran, als sie, ob ich schon anwesend war. DieKönigin mußte sehr zufrieden ftyn 14). Alles wurdeihr zugestandrn, ohne nur einmal Stimmen darüberzu sammeln.
Es wahrte nicht lange, bis ich gewahr wurde,daß, obschon man äußerlich affektirte, keine von denFormalitäten zu vernachläßigen, welche gewöhnlichbey Errichtung einer rechtmäßigen Regentschaft beob-achtetwerden; wiewohl man die Aenderung, welche manbey der Staatsverwaltung merken zu lassen an-fieng, für die gewöhnliche und nothwendige Wirkungeiner Regierungs. Veränderung angesehen wissen woll-te, endlich, daß, vbschon man cs darauf anlegte be-greiflich zu machen, daß diese Regierung nichts anderszum Zweck hätte, als dem Ansehen eines noch in denJahren der Kindheit stehenden Königs mehr Nachdruckund Glanz zu verschaffen, dennoch diejenigen, welchedie Königin leiteten, im Grund auf nichts anders be-dacht waren, als unter dieser Maske für ihre eigeneRechnung zu arbeiten. Alle diese Hüllen von Regu-karität verschwanden, wenn man sie ein wenig naherbetrachtete und zeigten nichts weiter, als wirkliche Ver«nachläßigungen der Ordnung und rechtlichen Form,welche die kleine Anzahl gut gesinnter Personen in Furchtsetzten. Ich hielt mich verbunden und gewissermaßenauch berechtigt, fühlen zu lassen, daß ich den Miß-brauch merke und nicht billige. Allein die Zeit derQ z freyen