Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

gnügen gemacht hatte. Ich kann aber nicht glauben,daß sie sich eigensinnig dagegen setzen sollte, sobald siehört, wie fest Sie überzeugt sind, daß die Sache so ^viel Unheil stiften würde."

Ich wartete nicht erst auf einen neuen Befehl, umhinzugehen, und den zu Einstellung der Krönungs-Vorbereitungen auözurichten. Höchst ungern muß ichaber sagen, daß ich trotz aller meiner Bemühungendie Königin nie dahin bringen konnte, Ihrem Gemahldiesen Gefallen zu thun. Mit Stillschweigen über-gehe ich das Anhalten, die Bitten, und die Beschwö-rungen, die ich drey ganze Tage lang verschwendete,um sic zum Nachgeben zu bewegen (15). Ec selbstmußte endlich nachgeben, und da er überhaupt in ge-wissen Augenblicken der erste war, sich selbst seineSchreckbilder zu verweisen, so hörte er auf, weitervon der Sache zu sprechen, und mich zu der Königinsprechen zu lassen. Die Arbeiter wurden zum ztvey-tcnmal angestellt; Heinrich verfiel aber darum nichtminder stark wieder in seine erste Besorgnisse, die ernur gewöhnlich durch folgende Worte, welche er oftim Mund führte, ausdrückte:Ach Freund! ichwerde nie aus dieser Stadt kommen, sie werden michhier umbringen. D verwünschte Salbung, du wirstdie Ursache meines Todes seyn!" Ich konnte diesetraurige Reden nicht vergessen»

Boy diesem allen liegen gewisse geheime Partiku«laritaten zum Grund, die ich unterdrücken zu müssenglaube. Ich würde meine Verschwiegenheit »ochungleich weiter erstrecken, wenn ich dicß nicht für un-nütz bey Dingen hielte, wovon meine Domestiken oderandre Personen Wissenschaft hatten. Folgende That-sachc ist von dieser Art. Schömberg, der mit mirin einer so engen Vertraulichkeit lebte, daß man ihn