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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
220
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sind sonderbar und schauderhast (14). Ich habe be-reits erzählt, mit welchem Widerwillen er sich dahinhatte bringen lassen zu erlauben, daß die Krönungs»Ccremonie der Königin vor seiner Abreise angcssclltwürde. Je näher er den Zeitpunkt dazu Heranrückensah, desto mehr fühlte er Furcht und Entsetzen inseinem Herzen. Er kam zu mir, um es ganzvor mir aufzuschließen, in jenem Zustand desSchmerzens und der Herzensangst, welchen ich ihmals eine unverzeihliche Schwachheit verwies. Seineeignen Worte werden einen ganz andern Eindruck ma-chen als alles was ich sagen könnte.Ach Freund,sagte er, wie mir diese Krönung zuwider ist; Ichweiß nicht was es ist, allein das Herz sagt mir, daßmir ein Unglück bevorsteht." Dabey setzte er sichauf einen nieder» Stuhl, den ich ausdrücklich für ihnhatte Machen lassen, und der nicht aus meinem Ka«binet kam; ganz seinen schwarzen Vorstellungenüberlassen, spielte er in tiefen Gedanken mit den Fin-gern auf seinem Brillenfutteral. Erwachte er ausdiesem Nachsinnen, so Lhlug er mit den Händen aufseine Schenkel, stand hastig auf und rief aus:bcyGott, ich werde in dieser Stadt sterben, ich werde niedaraus wegkommcn; sie werden mich umbringen; ichsehe wohl, daß sie ihre letzte einzige Hoffnung auf mei-nen Tod bauen. Ach! verwünschte Feyerlichkeit! duwirst Ursache an meinem Tode scyn."

Mein Gott, Sire, sagte ich eines Tags zu ihm,welchem Gedanken überlassen Sie sich da? Wenn eranhalt, so dachte ich, Sie stellten Salbung, Krönung,Reise und Krieg ganz ein; wollen Sie das? es istbald geschehen."

Ja, sagte er endlich zu mir, nachdem ich ihmeben das zwey oder dreymal gesagt hatte; ja, sagen

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