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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
192
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zosen — als diese sahen, daß man, trotz ihren Bemü-hungen, ans Werk schritt, so versuchten sie vollendsdas Aeußerste. Sie suchten Heinrichs schwache Seite,seinen/Hang zu Vergnügungen benutzen, und in sei-nein Geist der Weichlichkeit und Liebe zur Gemächlich-keit das Uebergewicht über die Gefühle für Ruhm undGroße zu verschaffen. Sie versuchten aufs neue ihmgegen den ganzen Protestantischen Religionökörpcrüberhaupt, und gegen mich insbesondere, Argwohnbeyzubrmgen. Sic ließen ihn sein Reich erblicken,zerfleischt von Fakrivnen, welche gierig dem Ausbruchdes Kriegs entgegen sähen, als dem günstigsten Zeit-punkt, ungestraft Verbrechen zu begehen, und Seineverbündete Fürsten als Betrüger, die seiner Leichtgläu-bigkeit spotteten. So gut Er auch gegen ihre Ränkeauf der Hut war, hatte Er doch Augenblicke, da Ihndicß alles erschütterte. Ich selbst trug vielleicht un-wissend dazu bey, Ihn muthlos zu machen, indem ichihm vorstellte, daß ein Herr, der sein Herz so edlenEntwürfen geöffnet habe, anfangen müsse, es demGeschmack an nichtswürdigcn Vergnügungen undeinem Aufwand, der nur auf Gemächlichkeit geht, zuverschließen; Ferdinand und Isabelle von Castilienund verschiedene von unfern Königen hätten bey einerähnlichen Gelegenheit ihren eigenen und der KöniginHofstaat eingeschränkt. Es müsse kein Vergnügenmehr für ihn geben als den Sieg selbst; alles anderewenigstens erst nach dem Sieg!

Sehr glücklich um die Unschläffigkcit Heinrichsendlich zu siriren, trug es sich zu, daß die deutschenFürsten aus eignem Antrieb und wider Willen desKaisers eine Versammlung nach SchwäbischHall aus-schrieben, um darinn über die Mittel, die Kreise wie-der in ihre alte Freyheit einzusetzen, Raths zu pflegen»