Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

"4

Mein Cabinet wurde beynahe ganz voks. Ich hatteden verlangten Aufsatz noch nicht machen können. DerGrund, den ich dem Kön:^, welcher ihn so gleichverlangte, davon angab, war, daß die Depeschen, dieich so eben von de la Force wegen einer neuen Be-unruhigung von Seiten Spaniens in Bearn und Nie-decnavarra, erhalten hatte und worauf ich so gleichhatte antworten müssen, meine Arbeit unterbrochenhabe. Ich schrieb auch, fuhr ich fort, wegen meinesNeveu und meiner Nichte Biron, welche inan schei-den will, was mir eine schöne Sache wäre. Dennsie glaubt schwanger zu seyn, und iss es auch wirklich.Dieß ist doch, erwiederte Sr. Majestät, eine der är-gerlichsten und tollsten Geschichten, die ich je gesehenhabe, und ich müßte mich sehr irren, wenn Sie, allediese Köpfe da je zur Vernunft bringen sollten. Vollen-den Sie ihre Depeschen, setzte er hinzu, nachdem ermir ganz leise Etwas gesagt hatte, vollenden Sieauch unsere Aufsätze so geschwind als es Ihnen mög-lich ist, und gehen sie heute nicht eher ins Conseil.Das kann nicht seyn, Sire, erwiederte ich, denn eSgiebt dort dringende Geschäfte, welche schon gesternausgeschoben wurden, weil ich nicht dabcy seyn konnte.Nun so machen Sie cs, so gut Sie können, undadjeu, ich gehe nach den Tuilericn. Ich unterließnicht an dem Aussatz mit solchem Fleiße zu arbeiten,daß er am andern Morgen früh fertig war, da ich" ebenfalls wieder zu Sr. Majestät in die Tuillerien ge-rufen wurde. Ich gab diese Papiere meinem Secrertair, in einen Bogen Papier eingesicgelt, zu tragen.Sillery und Villeroy waren bey ihm und wir fuhrenfort alle Vier mit einander spazieren zu gehen, bey-nahe zwo Stunden lang, während deren wir von demEntwurf dieser Aufsätze mit so vieler Wärme und Leb-haftigkeit sprachen, daß jedermann leicht sah, daß wir

nicht