Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
563
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klänge, dein Stimmkarakler nach aber eine Oktave höher, weil esin seiner hohen Oktave einsetzt, die zweite Violine aber in ihrertiel'en. Allein schon im zweiten Takte tritt das Horn in die Rolle

blosser Begleitung zurück.

Eben diese gewisserniassen zweifelhafte

oder ungewisse Stellung, in der man zuerst den Gesang desHorns und die Violine nur mittönend vernimmt, dann wieder diesevortritt und das Horn sich zurückzieht, dieses Ablösen der tiefenBläser, dieses Verschwimmen gleichsam der Umrisse ward der glück-lich gelroflue Ausdruck der Situation.

Weil reichern Gebrauch macht Spontini in seiner Olympiavon der Theilung des Quartetts. Wir wollen aus mehrern Fällennur diesen einen mittheilen aus dem ersten Finale. Die Scene istder gold- und lichtschimmernde Tempel zu Ephesus, in dem dieHymcnäen Iiassanders und der Tochter Alexanders, Olympia, ge-feiert werden sollen. Andrang des Volks, Züge hochgeschmückterKriegsschaaren mit den Fürsten , Priester und Schwärme festlicherTänzerinnen, zwanzig zugleich flammende, Opferweihrauch verbrei-tende Altäre , zugleich der grollende und nahen Ausbruch drohendeGrimm des neidischen Antigonus und seiner Verbündeten, allesverbreitet jenen Schimmer und jene fieberhafte Spannung, die wiruns als die Atmosphäre jener hellenisch-morgenländischen Zeit zudenken haben, in der die Satrapen Alexanders sich um die blutigenGlieder der Welt stritten. Hier muss Alles erhöhte Farbe haben,die keusche Mondnacht der Vestalinnen würde hier erbleichen unduns durchkällen. Wenn nun in jener Scene Olympia, Kassanderund der Oberpriester, von den Feierzügen noch umgeben und un-sichtbar, ihr Gebet erheben, dann gestaltet sich das einleitende Or-chester SO , Siehe das Beispiel auf der folgenden Seite,

dass eine Ablheilung der ersten und zweiten Violine und der Brat-schen (die Violinstimmen drei- oder vierfach besetzt, von den Brat-schen die Hälfte) in der höhern Oktave die Hauplslimme und nächsteBegleitung bilden, die übrigen Violinen (zuerst im Einklang, dannsich theilend) die andre Hälfte der Bratschen, Violoncelle und Bässein der tiefem Lage begleiten. Die hochliegenden Violinen, Brat-schen und ersten Violoncelle spielen con sordino , die tiefliegendenViolinen und Bratschen senza sordino , die zweiten Violoncelle eben-falls senza sordino und mit den Kontrabässen pizzicato. Die Haupt-stimmen werden vom englischen Horn und Fagott unterstützt.

Es versteht sich, dass hier keine einzige Stimme für sich vor-treten soll, als allenfalls die oberste Geige mit ihrer nächstenUnterslimme; alles Uebrige, die Triolenfigur der Geigen und dieAchtel der Bässe am ehesten, dann aber auch die Stimmen derBratschen und ersten Violoncelle, verschwimmt in einander, um-

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