Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
498
Einzelbild herunterladen
 

Vor allem finden wir sie mit einem Tonreiclithum ausgeführl,der jetzt gar nicht mehr zu erlangen ist. Sätze wie dieser

40

-ft- hi--' *11 ßi

ß

3 Uit - :

kt **

hJ

-*=- .pr-

für die Es- Trompete*) werden unsern heutigen Trompetern exo-tisch genug um nicht zu sagen, unmöglich erscheinen; früherwaren sie ausführbar, denn die Trompeten waren durch grössereEnge des Rohrs leichter zu behandeln und die Trompeter bildeteneine besondre bevorzugte Zunft, in derdas künstliche Trakta-ment zu Vorlheilen und Ehren brachte und das Studium einesganzen Lebens ausmachte.

Allein die abweichende Struktur muss auf den Klang Einflussgehabt, diesen dünner und spitzer gemacht haben; und die damitgewonnenen Tonreihen und Figuren sind dem Iiarakter des Instru-ments (S. 47) nicht zusagend**). Wir haben also an jenen Kün-sten in der That nichts verloren, wohl aber an edelkräftigem Klangdes Instruments und durch die Beschränkung auf das ihm Karakle-ristische gewonnen. Jedenfalls könnte der heutige Komponist dieWeise der Alten nicht annehmen (wenn er auch wollte) ohne Un-ausführbares oder nur von den seltensten Virtuosen vielleichtaber unsicher und unschön Erreichbares zu geben.

JBLF»

Zum dritten Abschnitte.

S. 61.

Wir haben hier noch einige Bemerkungen über die Arten undden Tongehalt der Posaune iiacbzulragen, weil das oder jenes noch

) Aus Seb. Bachs Mognif/cai; Partitur bei Simrock in Bonn.

**) Wie nabe dem alten Meister stets die Vorstellung der Orgel (S. 494)war, sehen wir an einem andern Satze desselben Werks. Der Text SuscepitIsrael puervm, (S. 38 der Partitur) wird von drei Singstimmen über einem ge-henden Basse (Bratsche) figurativ behandelt. Dazu nimmt die Trompete denalten cantns firmus ,

Tr. in Es.

:ft pi

Cfc-j-

D-

:-P-

1"

L

r

h

r

- : -1-!!_

eben, wie man ihn auf der Orgel auf einem besondern Manual oder im Pedalvortragen würde.