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oder nebengeordnete Aeusserungen, Andeutungen u. s. w. anschlos-sen, oder aus dem sie sieh durch tieferes Eingehen entwickelten.Schreiten wir nun zu zusammengesetztem Texten.
Mozart fand in seinem Figaro unter andern ,diesen Text fürCherubin*) zu koinponiren.
Ihr die ihr TriebeDes Herzens kennt.Sprecht: ist es Liebe,Was hier so brennt?
Ich will’s Euch sagen,Was in mir wühlt,Euch will ichs klagen,Euch, die ihr fühlt.Sonst war’s im HerzenMir leicht und frei,Es waren SchmerzenUnd Angst mir neu ;Jetzt fahrt wie BlitzeBald Fein bald Lust,
Bald Frost bald HitzeDurch meine Brust.
Ein heimlich SehnenZieht, wo ich bin,
Zu fernen SchönenMich traulich hin;
Dann wird von LeidenUnd innerm HarmUnd dann von FreudenMein Busen warm.
Es winkt und folgt mirNun überall, —
Und doch behagt mirDie süsse Qual.
Die Unruhe, die sich in dem erwachenden Herzen des verzog-nen Edelknaben regt, das wäre der allgemeine Inhalt des Gedichts.Sollte nur er laut und fühlbar werden, so wäre die Liedform ein-gclreten. Allein das wäre für die Scene wie für die KarakteristikCherubins zu wenig, — es wäre nicht einmal ausführbar gewesenim Raum eines so engen Verses. Dass die letztere Behauptungrichtig bleibt, selbst wenn man die etwa zulässige Textwiederho-lung und eine Orchestereinleilung hinzudenkt, bezeugt Mozarts Rom-position ; in ihr macht das Orchester eine Einleitung und werdendie beiden letzten Zeilen des ersten Verses wiederholt — und Nie-mand würde sich mit einem Schlüsse der Komposition an dieserStelle (Takt 20) zufrieden gestellt linden. Innerlich und äusserlichwird also eine umfassendere Form nöthig. Mozart erkennt imersten Verse den eigentlichen Hauptinhalt: dieses Ahnen, das inFragehervorbrechende Bewusstwerden des neuen Gefühls. Dieser Verswird also Hauptsatz seiner Komposition und nimmt nach be-kannten Gesetzen (Th. III, S. 94) Liedform an. Die übrigenVerse haben gemeinsamen Inhalt: Schilderung der Veränderung,der Regungen, die in dem Gemüth des Knaben statt gefun-den. Diese ganze Schilderung findet ihre Bedeulung und Wich-tigkeit eben nur im ersten Verse, da klären sich alle diese einzel-
') Es schien zweckmässig, die populärsten und fasslichsten Beispiele undstatt des - vielleicht nicht Jedermann geläufigen italienischen Textes die (wennauch etwas ungelenke) Uebersetzuug zu nehmen, — wo es ohne Verrückung desGesichtspunkts gehen wollte.