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tett als Hauptchor im Sinne zu haben und die übrigen Chöre erstin Beziehung zu ihm binzuzuführen.
In der That ist dieser Grundsatz so tief begründet, dass ihmgeradezu alle Partituren der Meister oder überhaupt der irgend orien-tirten Musiker zur Bestätigung dienen. Nur wollen wir uns vorzweierlei Missverständnis dabei verwahren.
Zuerst wolle man auch hiereingedenk bleiben, dass ein Kunst-werk nicht stückweis zusammengetragen wird; sondern gleich jedemlebendigen Organismus als ein einheitsvolles Ganze entsteht. Sowenig der Komponist zuerst die Melodie und hinterdrein (Th. II.S. 15) die Harmonie und Begleitungsform erfindet, so wenig kanndavon die Rede sein, dass er zuerst sein Quartett komponire unddann die Bläser zusetze. Ihm stehen alle Chöre und alle Organevor dem innern Auge und jedes spricht zu ihm, wird von ihm auf-gerufen nach dem ihm eigenlhümlichen Wesen. Aber eben in die-ser Stellung, wo er von jedem Organ vernimmt, was es als seinWesen auszusagen hat und wo er jedes nach seiner Weise in denIdeenkreis des Werkes einführt, eben da muss ihm die umfassen-dere und vorw'altende Bedeutung des Quartetts als eine längst ver-traute stets vor Augen sein.
Sodann ist der obige Grundsatz so wenig wie irgend ein Kunst-gesetz (Th. I. S. 15) eine Fessel. Aus der vorwaltenden Wich-tigkeit des Quartetts folgt keineswegs, dass es überall der vorwal-lende Chor sei, es kann sogar eine Zeillang ganz ausser Thätigkeittreten, es können in grossem Werken ganze Sätze, z. B. in Opern,Märschen oder andren Gelegenheitsmusiken (Serenaden u. s. w.) odersolche, die sich nach Situation und Stimmung dazu eignen, blos demBläserchor überlassen werden. Auch in reinen Instrumenlalwerkenkann das Quartett eine Zeillang pausiren, z. B. in dem No. 203angeführten Satz aus dem Finale von Beethovens heroischer Sym-phonie. Allein schon die Seltenheit und räumliche Beschränktheitsolcher Sätze weiset dann doch wieder auf den Grundsatz zurück, manwird stets erkennen, dass der Komponist nur so lange, als Idee oderStimmung es durchaus foderle, auf das Quartett hat verzichten wollen.
Dies spricht sich besonders noch darin aus, dass selbst an sol-chen Stellen, die wesentlich dem Bläserchor angehören, doch dasQuartett wenigstens nebenbei sich in Erinnerung bringt. Wir kön-nen dies zuerst an Beethovens Ouvertüre zu König Stephan be-obachten. Der Hauptsatz*)
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') S. 5 und 7 der bei Haslinger in Wien erschienenen Partitur.