Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
349
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Zweiter Abschnitt.

Zusammenstellung' des Orchesters.

Wenn wir jetzt wieder an die Zusammenstellung unsrer Or-gane gehn, sind wir von der Einseitigkeit, die uns bisher beherrschteund entweder nur auf Blasinstrumente oder nur auf Streichinstru-mente anwies, befreit. Von Beidem ist hier nicht mehr die Rede;denn wenn für einzelne Aufgaben blosse Harmoniemusik oder dasStreichquartett ausreicht, so treten die frühem Lehrabschnitte inAnwendung. Es ist also jetzt nur vom Verein des Quartetts mitBlas- und Schlaginstrumenten die Rede. Das Streichquartett wird(S. 246) als Kern des Orchesters in seiner Vollständigkeit (S. 295)vorausgesetzt. Folglich bleibt nur das die Frage:

Welche Blas - und Schlaginstrumente wollen wir dem Quar-tett zugesellen?

zu beantworten. Wir wollen dabei von den Ventiliuslrumenten,dem englischen Horn, den Ophiklei'den, dem Bathyphon, englischenBasshorn, den ungebräuchlichem Flöten- und Klarine Harten und denSchlaginstrumenten ausser Pauken und grosser Trommel einstweilenabsehn und behalten uns nur vor, gelegentlich auf eins oder dasandre dieser Instrumente hinzuweisen. Diese Beschränkung dieuns beiläufig gesagt, in den Besitzkreis versetzt, innerhalb dessenunsre Meister sich bewegt haben droht auch für den Fall kei-nen Verlust, dass man noch neue Instrumente für besondre Zweckezuziehen wollte; denn die Grundsätze würden ohne Weiteres sichauch auf sie anwenden lassen.

Bei der Zusammenstellung seines Orchesters nun hat der Kom-ponist mehr als einen Gesichtspunkt zu fassen.

j. Bedürfniss der Blasinstrumente.

Zunächst wird im Allgemeinen die Aufhebung jener Einseitig-keit wünschenswerth sein, die in der ausschliesslichen Anwendungvon Streichinstrumenten liegt. Die Wirkung derselben im Orche-ster ohne Zutritt oder Zwischenlritt von Bläsern nimmt leicht einegewisse heisse Dürre*) an, der Satz wird unruhig (weil das Streich-instrument die Bewegung liebt) abgebrochen und scharf oder beizarter Behandlung dünn, und kann wie auch der sonstige Inhaltsei auf die Länge peinlich werden. Wir werden also durcheineu künstlerischen Grund auf dieselbe Stelle geführt, die uns obendurch den Lehrgang angewiesen worden: auf die im Allgemei-

*) Dass in diesen Dingen nur gleichnisswcise gesprochen werden kann undjedes Gleichniss unzulänglich und dem Missverständnis ausgesetzt bleibt, wenndie Intelligenz des Lesers nicht zu Hülfe kommt, ist schon früher (S. 4) gesagt.