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392. Violiiii 1 e 2.
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während die erste Violine (und hier auch die zweite) uiigelheiltbleibt. Auch in diesen Stellen ist nicht eigentliche Mehrstimmig-keit, sondern diese saftige Breite im warm rieselnden Klang derStreichinstrumente beabsichtigt.
B. Unvollständiges Quartett.
Dass man nicht ohne wesentlichen Nachtheil — wenigstens nurin äusserst seltnen Fällen — eine oder gar mehrere Stimmen desStreichquartetts ganze Tons ätze hindurch aufgeben kann, istschon S. 282 erwogen. Gleichwohl kann oft und unter mancherleiUmständen eine Zeitlang eine oder die andre Stimme aufge-geben werden.
Wenn es im Bau oder Sinne der Komposition liegt, dass siesich eine Weile auf wenig Stimmen beschränke: so versteht sichjenes Opfer von selber. Es liegt z. B. bekanntlich im Gedankender Fugenform, dass sie zuerst eine (oder zwei) Stimmen einlretenund die andern folgen lässt; eine Fuge für das Streichquartett mussalso nothwendig zu Anfang mit unvollständigem Quartett anheben*).Und selbst hier könnte bisweilen eine andre Wendung möglich underfolgreich werden. Sollte z. B. eine Fuge nach einem stark geführ-ten Einleitungssatz ebenfalls stark einsetzen, so könnte die an-hebende erste Geige durch die zweite, die antwortende zweite durchdie Bratsche, die Bratsche durch das Violoncell (im Einklang) ver-stärkt werden und das letztere mit dem Kontrabass als vierteStimme die Durchführung vollenden. Aehnliche Gestaltungen kön-nen auch in figurirten und freien Sätzen einlreten.
Einen der mächtigsten Effekte hat Händel, ohnehin in solchen Schlagenstark, in seiner Schlussfuge zum Messias erreicht. Nachdem er die erste Durch-führung bis zum Totti hinaufgeführt, intonirt die erste Geige in der Höhe ganzallein das Thema, die zweite antwortet unter dem Gegenspiel der ersten undnun tritt das ganze Orchester mit Trompeten und Pauken und der ganze Chor,das Thema im Basse, in höchster Gewalt und Pracht entgegen. Abermals führenbeide Geigen allein einen Zwischensatz aus und abermals strömt die volle Massevon Chor und Orchester auf den angedonnerten Hörer nieder.