Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
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sieht, seine Streichinstrumente nach einander ein, das Violoneellzuerst, ein jedes heftig zufahrend und scharf accenluirt (beides, wieSpontinis impetuoser Karakter es liebt und der Moment zu fodernschien) doch stets wieder in das Piano wie erschrocken zu-rücklrelend. Zuletzt tritt der Kontrabass auf in der ihm eignenTonlage. Allein das Violoneell begleitet ihn eine Oktave (das heisstalso zwei Oktaven) höher, so dass wir in der That zwei gesebiedneInstrumente vernehmen, jedes in karakleristischer Lage, das Vio-loncell eindringlich und scharf, den Kontrabass in seiner dunkelnTiefe. Es ist gleichgültig, ob eine solche Stellung wiederholteAnwendung findet; sie dient, den Karakter der Instrumente vielsei-tiger zu erkennen.

Nächst dem Bass ist es

B. die Oberstimme,

die wir zu betrachten haben. Sie hat in der Regel die Hauptme-lodie und ist von der ersten Geige besetzt, welche dazu alle Ton-lagen und Kräfte zu benutzen vermag, die wir an der Violine schonim Allgemeinen kennen gelernt. Soll die Melodie der Oberstimmehervortreten, so müssen dazu die hohem Tonlagen der Geige be-nutzt und von den begleitenden Stimmen abgesondert werden. Esbedarf hierzu weder eines Beweises, noch eines neuen Beispiels;No. 362 genügt. Hier muss die erste Violine mit jedem Schritte,den sie von den andern Simmen hinwegthut, abgesonderter undnach dem Karakter der Höhe (Th. I, S. 22) durchdringender her-vorlreten. Dasselbe ist in No. 359 zu beobachten; der zweite Ab-schnitt (b a a g g f) muss in der ersten Geige entschiedner wirken,als der erste; auch im Piano werden ihre hochgelegnen und vonder Begleitung abgesonderten Töne vorherrschen. Dass man übri-gens nicht zu hoch steigen darf, weil die höchsten Töne keine ge-nügende Fülle haben, ist bekannt. Dass es ferner nicht immerdarauf ankommt und im Sinn vieler Sätze gar picht angeht, dieOberstimme hoch und abgelegen zu führen, versteht sich von selbst;No. 361 und 363 können als Beispiele dienen. Nur ist das gewiss,dass Kompositionen, in denen die erste Geige beharrlich oder garausschliesslich in den mittlern Lagen und in enger Stellung zu denandern Streichinstrumenten gehalten wird, leicht den Glanz undselbst die Entschiedenheit entbehren, die der Inhalt des Werks zu-gelassen oder gefodert hätte.

In der Führung der Oberstimmen wird nun die erste Violineauf mannigfaltige Weise unterstützt. Abgesehn vom Zutritt derBlasinstrumente, von dem noch nicht die Rede sein kann, schliesstsich gelegentlich jedes Streichinstrument (mit Ausnahme des Kon-trabasses) der ersten Geige unterstützend an.