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Vergleich zu No. 214 bewirken, überhaupt bat man den neuen Salzals eine Folge und Steigerung von No. 214 anzusehn.
Dass man nun diese heftigste Wirkung der Pikkolflöten nichtüberall, im Ganzen nur weniger oft beabsichtigt, ist leicht zu er-messen. Für minder heftige Schallmassen begnügt man sich daherentweder für die ganze Komposition mit einer einzigen Pikkolllöte,oder lässt — wenn im Ganzen ihrer zwei nöthig gewesen — inden mildern Stellen die zweite Pikkolllöte pausiren.
Die Wirkung einer einzigen Pikkolllöte ist bei der bisher in dasAuge gefassten Anwendung die, dass die Melodie (Oberstimme) einesSatzes, von ihr in noch höherer Oktave begleitet, nicht blos stärker,sondern auch heller — wir möchten lieber sagen: erhellter oderbesser in das Licht gestellt — wird. Das Ganze gewinnt so anKlarheit und Stärke in der Hauptpartie, ohne in ein schreiendesDurcheinander getrieben zu werden. So würden die Sätze No. 214und 215, wenn man die zweite Pikkolllöte schweigen Hesse, weni-ger an Schallmasse verlieren, als an Bestimmtheit der Melodie ge-winnen; sie würden civilisirter werden.
Die Beschränkung auf eine 'einzige Pikkolllöte bietet aber so-gleich noch eine andre Verwendung dar. Indem die übrigen Instru-mente der Regel nach Paarweis — und in den starken Partien meistin Verdopplungen — wirken und so zu einer einzigen Masse ver-schmelzen, bleibt die eine Pikkolllöte vermöge ihrer Einzelheit, ihrerTonhöhe, ihrer eigentümlichen Klangweise als besondre Stimmestehn und sondert, sich ab, um in der höchsten Region einen Ge-gensatz gegen die Melodie zu bilden. In folgender Stelle aus Beet-hovens Siegs-Symphonie*) — (Siche das umstehende Beispiel.)
finden sich alle diese Wendungen benutzt. In rauschender Pracht— nichtin durchdringender Kraft oder Heftigkeit — soll sich der Triumph-marsch entfalten; daher legt Beethoven alle seine Rohr-Instrumenle(und die Streichinstrumente zumal) in Verdopplungen durch vier,und mit der Pikkolllöte durch fünf Oktaven breit auseinander;die Klarinetten in die eingestrichne Oktave, bekanntlich nicht ihrestärkste Tonlage. Die Miltellage halten ausser den Klarinetten erstvier, dann zwei Hörner; Trompeten und Pauken (und Kontra-bässe mit den Violoncellen) heben den Rhythmus, führen undunterstützen den Bass, gelegentlich auch (die Trompeten Takt 2
*) S. 70 der Partitur von „Wellingtons Sieg oder die Schlacht hei Vittoria,“hei Steiner in Wien herausgegeben. In der obigen Anführung ist das Streichquartettausgelassen , dessen Geigen (zum Theil in ihrer Weise figurirt) mit Oboen, dieBratschen (zweistimmig gebraucht) mit den Fagotten , die Bässe mit den Paukengehn. Die Posaunen treten erst später zu.