Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
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würde durch ihren scharf eiudringenden Klang das gleichartigere Zu-sammenwirken der übrigen mehr stören als vollenden; je intimersie sich deu andern Stimmen untermischte, desto härter würde sieeinreisseu, z. B. wenn mau im vorstehenden Satze der Trom-pete die zweite Stimme geben wollte. Umgekehrt würde eine weicheStimme, die der Harmonie des harten Chors zur Ergänzung ein-gemischt wäre, nicht genügen, oder doch durch ihren dumplernKlang abstechen und die Helligkeit des ganzen Zusammeuklangstrüben.

Diese Wahrnehmung (die soviel wir haben erfahren kön-nen auch von den erfahrensten Praktikern in diesem Felde, denRegiments-Musikdirektoren, festgehalten würd) führt allerdings zu derFolgerung: dass bei dem Verein der beiden Chöre die Helligkeitdes harten Klangregisters durch die Dumpfheit des weichen gedämpftund beides zu einer Mittelliute gemischt wird, in der kein Karak-ter zu seinem vollen Rechte kommt. Diese mässigenden Mischungenhaben natürlich ihre ebenfalls sprechende Bedeutung, sind dem Kom-ponisten ebenfalls unentbehrlich. Allein für sie und überhaupt für dasMildere und Zartere bieten sich wie die folgende Ablheilung leh-ren wird ganz andre und weit günstigere Organe dar, ohne dasses nölhig wäre, den für mächtige , hellausstrahlende, harte Wir-kungen geschaffnen Blechchor für jene Effekte abzusehwäehen. Soerinnert die Bedingung der richtigen Venlilbebandlung selbst an denVorzug der Naturinstrumente.

Wenden wir uns indess zu dem Ventilchor zurück, so folgtferner: dass bei der fühlbaren Verschiedenheit des harten und wei-chen Chors der Gegensatz beider nicht zu weit ausgedehnt werdendarf, wenn nicht die weich besetzten Abschnitte der Kompositionvon den harten zu sehr verdunkelt werden sollen; man wird in derRegel beide Chöre miteinander gehn lassen und nur im Innern desSatzes von einander unterscheiden. Dies macht sich im nachste-henden ersten Tbeil eines Kavallerie-Marsches von Wieprecht*)anschaulich. Es sind zu ihm Pauken gesetzt, die wir des Rau-mes wegen weglassen; sie wirbeln in den sechs ersten Taktenauf es und schliessen sich dann der Bewegung der letzten Es-Trompeten an.

*) No. 21 der hei Schlesinger iu Berlin iu Partitur erschienenen Ar-lneeiuärsche.