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Es versteht sich von selbst, dass der Komponist auch von die-sen Mitteln Notiz haben muss; sie können, — wenigstens einzelnevon ihnen können für die Darstellung dieser oder jener Stimmungoder Vorstellung die geeignetsten, ja unentbehrlich sein und eskann im freien Kunstgebiete Niemand sich unterfangen, Gränzen zuziehn und irgend ein Mittel auszuscheiden, da Niemand vorauszu-sehn vermag, welche Aufgaben sich für einen andern Künstler, jasogar für ihn selbst noch ergeben werden. Gleichwohl ist eben hiereine hellere Erkennlniss höchst rathsam, weil wir Gefahr lauten,um eines lässlichen Gewinns willen an Tonreichthum, wesentlichwichtige Karaktere aus unserm Orehester entstellt oder verdrängt zusehn. Um hier sicher zu urlheilen, müssen wir einen Blick auf dieStruktur der Ventil-Instrumente werfen.
Erster Abschnitt.
Struktur und Karakter der Ventil Instrumenteim Allgemeinen.
Alle Ventilinstrumente bestehn aus einem Metallrohr (vonMessingblech), gleich oder ähnlich dem der Trompeten und Hörner.Sie haben daher auch nur die für Trompeten und Hörner (No. 37)angegebne Reihe der Naturtöne, gleichviel ob vollständig oder nicht.Wollte man nun noch andre Reihen von Tönen erlangen, so musstedas Rohr der Verlängerung und Verkürzung zugänglich gemachtwerden, wie die Posaune mittels ihrer Züge. Dies sollte aber inbequemerer Weise erlangbar sein.
Man setzte also innerhalb der Rohrwindung noch besondre Rohr-Stücke ein. Sind diese alle offen, so bilden sie mit dem Hauptrohrein Ganzes; sind sie alle verschlossen, so bleibt das Hauptrohr ganzfür sich; auch kann von den eingesetzten Rohrstücken eins oder eskönnen zwei verschlossen bleiben und das dritte (oder zwei) geöfTnetwerden. So stellen sich also verschiedne Längen des Rohrs dar.Nun sind bei den Einsatzstücken Drücker — Ventile — angebracht,die im ruhigen Zustande das Einsatzstück verschliessen, also ausserMitlheilnahme setzen, wenn sie aber niedergedrückt werden, dasEinsatzstück öffnen, also mit dem Hauptrohr in Verbindung bringenund dieses durch jenes verlängern. Diese Drücker werden bequemmit den Fingern niedergedrückt und wieder losgelassen; die Hand-habung ist ungleich leichter und sichrer als die der Züge auf der Po-saune oder des Stopfens auf dem Horn.