Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
57
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die man sieh breiter und weiter ausgeführt denken muss, giebt dazuein Paar Belege. Bei solcher Masse der Trompeten durfte schon einbestimmterer Gegensatz dieser und der Pauken gewagt werden; imvierten Takte bilden sieh vollere Harmoniemassen, so auch im vor-letzten ; im vorhergehenden versucht sich ein Gegensatz unter denTrompeten seihst zu bilden, der sich im letzten fortselzl. Fürden Anfang hätten dem Tongehalt nach eine und zwei Trompetengenügt; sollen wir nicht mit diesen allein anfangen und die übrigenerst folgen lassen, wenn sie uöthig sind? Nein. Das wäre Zer-splitterung der Masse und der Kraft, und gerade bei dem ener-gischen zu Machtwirkungen bestimmten Instrument am wenigstengut angebracht. Selbst wenn ein crescendo beabsichtigt wäre, würdees dem Vortrag der Ausführenden überlassen werden können und keinerTheilung der Stimmen bedürfen; vielmehr gewinnt eben im piano derKlang der Trompete durch Sliminfülle an Glanz und Wohllaut.

Man merke schliesslich noch Folgendes, um nicht gegen dieübrigens wohlbegründete Praktik der Orchester zu ver-stossen. Da zu einer einigermaassen vollständigen Wirkung desTrompetenchors wenigstens zwei Trompeten gehören: so sind injedem Orchester zunächst zwei Trompeter also ein Primarius undein Sekundarius zu fodern. Geht man zu einer stärkern Besetzungüber, so ist das Angemessenste: dem ersten Trompelerpaar einzweites also wieder einen Primarius und einen Sekundariuszuzufügen. Folglich ist die dritteTrompete wieder von einemPrimarius besetzt, der mehr auf hohe als tiefe Tonlagen ein-gerichtet und berechtigt ist, nur für jene, nicht für diese verwendetzu werden. So liegt in No. 57 die dritte Trompete höher als diezweite; sie ist eine Pri ms tim me ^obgleich dem Inhalt zufolge unterder ersten Trompete stehend), die zweite und vierte Trompete sindSek un d s tim m en.

Einen den Tongehalt bereichernden Gebrauch bietet die zahl-reiche Besetzung, wenn man

3. Trompeten verschiedner Stimmunguit einander zu einem Satze vereinigt; hier ergänzen sich die Ton-