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aus dem jEmoll-Präludium*), wo beide Mittel nach einander in An-wendung kommen, — überhaupt durch den Gegensatz voller Griffegegen einfache oder schwächere Momente. Es ist unnöthig, derWahl und Erfindung des Komponisten in solchen Wendungen undMitteln weiter vorzugreifen. W 7 er sich neben der technischen Kennt-niss auch ein sichres Bild vom Karakter des Instruments eingeprägthat, dem kann der angemessne Ausdruck auf demselben nicht fehlen.
Dritter Abschnitt.
Styl und Form der Orgelkomposition.
Gehen wir nun von einer klaren Erkenntniss des Instrumentszu der Komposition für dasselbe, so wird sich für diese eine gewisseRichtung, ein gewisser Ideenkreis ergeben, denen wir getreu bleiben,müssen , wenn nicht unser Gedanke in Widerspruch gerathen sollmit dem Organ, in dem und durch welches er lebendig werden soll.Dies ist eben die volle und wahre Aufgabe des Künstlers: nichtabstrakte Vorstellungen willkührlich irgend einem zufällig ergriffnenOrgan aulzudringen, sondern sich objektiv in dieses oder jenes Or-gan zu versenken und aus ihm heraus, nach seinem Wesen seineIdee zum Leben zu führen, wie der ächte Dramatiker nicht selbstredet, sondern seine Personen, jede nach ihrer Weise, für sichreden lässt. So ergiebt sich für jedes Organ eine besondre Weiseund ein besondrer Ideenkreis, deren künstlerische Durchführung derStyl dieses Organs (oder für dasselbe) genannt werden kann. DieserStyl ist nichts äusserlich Vorgeschriebnes oder etwa Herkömmliches;er ist Folge und Ausdruck vom Wesen des Organs selber, mithinein Nothwendiges , weil Vernünftiges.
A. Breite und Ruhe der Anlage und Führung.
Die Orgel fodert vor Allem für den weiten Raum der Kirche,für den ernsten und würdigen Zweck, dem dieser Raum geweihtist, für die Fülle und Ausdauer ihrer Sprache breite und ruhfgeAnlage und Führung der Salze, und zwar um so breitere undruhigere, je mehr sie in ihrer eigentlichen Macht, als volles Werkoder doch bei starker und voller Registrirung, zur Wirksamkeit kom-men soll. Uebereille Bewegung würde vor allem den Toninhalt nicht
*) Im dritten Heft der oben erwähnten Breitkopf-Härtelschen Sammlung.