Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Fünfter Band (1793)
Entstehung
Seite
365
Einzelbild herunterladen
 

365

»ili,

Vk,

»«

M

»

'?

A-

!" !>i

«

B

ft

jl«

B

B

N j

-

einander herbey führt. In jeder Rücksicht reichtMenschenleben nicht hin, sie alle auSzurotten (18).

Dieß war nicht der einzige Fall, daß ich gegen denKönig entgegengesetzter Meynung war. Man beredeteIhn zu Errichtung einer neuen Iuftizkammer gegendie Finanzlcute; eine, wie tausend Erfahrungen zei-gen, entschieden unnütze und ungerechte Operation.Indessen war sie einmal nach dem Geschmack diesesHerrn, welcher Seine wie gesagt sehr beträchtlicheAusgaben für Spiel, Bauwesen, Mätressen und a.dgl. halte, sie aber nicht gern von den gewöhnliche»Geldern nehmen wollte, und daher mit Freuden eineSumme dazu bestimmte, die Er auf jene Weise unterder Hand ohne Mühe erhielt, und die Ihm Seineeigennützigen Höflinge immer noch weit größer vor-siellten, als sie in der Thar war. Ich war so ver-drüßlich darüber, daß Heinrich sich von allen diesenLeuten mißbrauchen ließ, daß ich meine Meynungdarüber gerade zu vor dem ganzen versammelten Hofheraussagte. Der Zorn, in welchen meine Freymü-thigkeit den König setzte, gab meinen Feinden großeHoffnung auf meinen Sturz. Die schon erzählte Be-gebenheit im Zeughaus kam dazu, und bestärkte siedarinn. Allein dessen ungeachtet vermochte ich esnicht über mich, den Kommissarien dieser Kammernicht ins Angesicht loszubrechen, als ich sehen mußte,wie sie den Hauptschuldigen durch die Finger sahen,uyd leichte Veruntreuungen mit so viel Aufheben undHärte bestraften.

Einer dieser Kommissarien, Mangot, hatte etwasganz den darüber vom König erhaltenen Specialbe-fehlen zuwiderlaufendes unternommen, weswegen ichihn empfinden ließ, daß er an mir einen Oberauffeherhabe, der fest entschlossen sey, ihm nichts hingehen zu

lassen.