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Brunos Buch vom Sächsischen Kriege
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Brunos Sachsenkricg Kap. 15—16.

15. Zu allem diesem Bösen sägte er noch ein anderes hinzu,welches den alten Lastern erst rechten Bestand gab, und zu vielenneuen noch den Anlaß bot. Die Bischöfe nämlich bestellte er nichtden Vorschriften der Kirchengesetze gemäß nach dem Maaße ihrerVerdienste, sondern je mehr Geld ihm jemand dafür zahlte oderje bereitwilliger er seine Schandthaten guthieß, um so mehr galter bei ihm als würdig für jedes Bisthum. Und wenn er einemauf solche Weise ein Bisthum verliehen hatte, und dann ein an-derer ihm mehr Geld bot oder noch unverschämter sein Treibenlobte, so ließ er jenen ersten als der Bestechung schuldig absetzen,den zweiten aber als einen heiligen Mann an seiner Stelle weihen.Daher kam es daß viele Städte in jenen Zeiten zu gleicher Zeitzwei Bischöfe hatten, von denen keiner des bischöflichen Namenswürdig war. Das Bisthum Babenberg, welches ebenso reich anäußeren Gütern, als ehrwürdig durch die Gelehrsamkeit seinerKlerisei war, gab, oder verkaufte er vielmehr für unermeßlichesGeld an einen Wucherer, der sich besser darauf verstand die Geld-stücke aus verschiedenen Münzstätten zu schätzen, als den Tertirgend eines Buches, ich will gar nicht einmal sagen zu verstehenoder auszulegen, aber auch nur richtig zu lesen. Dieser las da-mals bei dem heiligen Amte am Osterabend die übliche erste Lec-kion vor seiner wohlgelehrten Geistlichkeit folgendermaßen: lerragutem erst insnis et vsoes *! er selber wahrhaftig, obschon er nurzwei Beine hatte, war doch eine unverständige Kuh und allerRechtschaffenheit ledig. Doch wurde er, obgleich er, um sich dieGunst des Königes zu bewahren, weder sein eigenes noch das Goldder Kirche sparte, die seiner Leitung anvertraut war, auf den Rathdes Königes selbst abgesetzt, und sein Bisthum wurde an einen

1) D. h. Kuh, statt vaeua, leer, worauf daö folgende unübersetzbare Wortspiel geht. Esist der Vers 7. Mose 1, 2; „Die Erde aber war wüste und leer." Hermann, Vitzthum derMainzer Kirche, hatte allerdings 1065, als Adalbert allmächtig war, das Bisthum erkauft,ebenso 1070 vom Papst Alexander II die Bestätigung seiner Würde; dann wurde er 1075von Gregor VII, ohne Zuthun des Königs, abgesctzt. Auf Andringen des Papstes und derGeistlichkeit ernannte dann Heinrich einen andern Bischof, Propst Rupert von Goslar, wel-cher als vertrautester Nath des Königs einen sehr schlechten Ruf hatte.