Druckschrift 
Brunos Buch vom Sächsischen Kriege
Entstehung
Seite
9
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Adalberts von Bremen Hochmut!) und Thorheit.

neben dem Bischof auf den Boden, als ob er mit ihm betenwollte, und sprach zu ihm ins Ohr:Betet doch daß ihr heuteetwas zu essen findet, denn bis jetzt habt ihr noch nichts, wasmit Ehren auf euern Tisch gesetzt werden kann." Der Bischofaber stellte sich als sei er Plötzlich von einer Verzückung aufgestört,und rief:O du Thor, was hast du gethan, da du mich ohneScheu von der Unterhaltung mit meinem Gotte abgerufen hast!Wenn du gesehen hättest was dem Bruder Transmund zu sehenvergönnt war, so würdest du nimmermehr mir während des Ge-betes genaht sein." Dieser Transmund aber war zugegen, undweil er sah daß dergleichen dem Bischöfe gefiel, so sagte er daßer schon seit langer Zeit gesehen hätte, wie während des GebetesEngel zu ihm redeten. Er selbst aber war ein Maler aus Italien.

5. Dieser Bischof also, da er den König auf der abschüssigenBahn des Frevels wie ein zügelloses Pferd dahin stürmen sah,suchte sich zu seinem vertrauten Genossen zu machen; nicht um dieaufgeschossenen Dornen der Laster mit der Hand der ernsten Er-mahnung auszurotten, nnd durch bischöfliche Predigt den Samender Tugend zu pflanzen, sondern um die Keime des Lasters mitdem Thaue der Schmeichelei zu benetzen, und die Saat der Tugend,so sie etwa hervorsprießen sollte, durch die Bitterkeit der bösenLehre zu ersticken. Denn weder warnte er ihn, ehe die Sündebegangen war, mit den Worten des Tobias':Hüte dich vorallerlei Hurerei. Und danke allezeit Gott und bete daß er dichregiere, und du in allem deinem Vornehmen seinem Worte fol-gest" noch trug er, auf daß der König die schon begangeneSünde mit den Thränen der Reue abwüsche, mit Nathan dasSchwert des Vorwurfs unter der Hülle des Gleichnisses, um mitraschem Stoße das Geschwür seiner Seele zu treffen, damit derEiter seines bösen Gewissens heraus fließe sondern er gab ihmals apostolische Lehre diesen bösen Rath:Thue alles, was dei-ner Seele gefällt, und sorge nur dafür daß du am Tage deines

) Kap. 4 Vers 13 und 20.