- IVA
„tausend Thaler bald gesagt, aber nicht geschafft wären, so„versetzte der Kanzler darauf, ohne ihn anzusehen: „Sire,„ich halte dafür, Sie nehmen zweymalhunderttausend gute,„schöne, harte Thaler, und geben sie dieser schönen Mamsell,„und Vreymalhunderttausend und alles, wenn Sie sie ander«„nicht los werden können, so halte ich." Der König der„reute cs hernach diesen Rath nicht geglaubt und befolgt zu: „haben."
Allein auch angenommen, daß diese vorgebliche Versor.gung nicht eine bloße Lisi des. Frauleins war, glaube ichdoch, daß es mehr an Heinrich selbst als au Sülly lag, daßaus der.Sache nichts wurde.
2o. Ich bringe hier noch eine Anekdote aus Viktor«'»Siri bey, welche sowohl die Liebschaften Heinrichs als dieVerschwörung des Grafen von Auvergne betrifft. DieserSchriftsteller sagt (mem. rec. Vol. I. x. 279.), einer derPunkte der Verschwörung sey der gewesen, sich der Persondes Königs zu bemacktigcn, und ihm in einem Hinterhalt dasLeben zu nehmen, undEntragueS, der dic AusführungDavouübernommen hatte, habe sich dazu der Liebe bedienen wollen,welche der König seit einiger Zeit zu seiner zwotcn Tochttr„die man uns viel schöner als ihre Schwester vorstellt, gefaßthatte. Er schickte daher seine Gemahlin ab, sie von Fon-tainebleau wcgzunehmen, indem er nicht zweifelte, daß sichder König allem auefttzc» würde, um sie in MaleshcrbcS,nur drey Stunden davon, zu besuchen. Wirklich schickteauch Heinrich Boten auf Boten an sie, Hofleuk- in Bauer»verkleidet, denen sie antwortete, sie werde so genau bewacht,daß keine Wahrscheinlichkeit vorhanden sey, daß sie den Kö-nig werde sehen können. Dennoch ging er selbst mit demMarschall von Bassompierre hin, und weil er sich nicht ge-traute bineinzugehen, um nicht erkannt zu werden, begnügteer sich, mit ihr durch die Fenster eines niedrigen Saals zusprechen. Er schrieb ihr täglich, und schickte ihr galanteVerse, die er durch die besten Dichter am Hofe mache» ließ.Endlich verabredete er mit ihr, daß sie sich auf einen gewis-sen Tag im Freyrn auf einem Lrt im Wiesenrhal sehen woll-ten , den er ihr bczcichueke, und wo er sich verkleidet cinsin-den wolle. D'EntraqueS stellte sich, als merkte er von die-sem allem nichts; allein da er nicht hatte vermeiden können,seiner Tochter etwas von seinen Absichten wissen oder mukh-uaßeii zu lassen, so hob sie, aus Liebe zum Königs oder auS