Gnade! rief der unglückliche Biron mit einer durch Schluck,zenunterbrochnen Stimme aus, konnte man mich bier nickeMit Fesseln an den Händen bewachen, «m sich meiner aneiUem Lage von Wichtigkeit zu bedienen? Mein Herr,sagte er zum Kanzler, Sie haben meinen Vater so iebr ae.liebt; noch können Si» dem Königs das, was ich -Wn-rrsage, verstellen. Nie, nie habe ich etwas wider desKö.nigs Leben vorgenommen. Als man ihm die Worte de«Urtheils: weil er wider des Königs Person etwas unter-rwmmen, vorlas, rief er von Wuth ergriffen aus: Keines,wegs! das ist falsch! man streiche es aus l Noch auf demSchafotte sagte er r es ist wahr, ich habe mich vergangen -aber nie gegen des Königs Person. Man versammlete zudiesem traurigen Schauspiele einige Personen aus demStaatsrath, auS dem Parlament, aus der Bürger- undKaufm.Li-nschaft. Diese waren Zeugen der heftigen Ge,Vürsbewegnngen des Marschall lind der Art von Wahn.Witz, die seinen Kopf nicht, wie er sagte, wegen des To,des, dem er in den Schlachten tausendmal getrozt hatte,sondern wegen der Schimpflichkeit der Strafe verwirke.Ach, wie sehr wünschte ich, sagte er zu den Soldaten, dieer in den Waffen sah, wie sehr wünschte ich, daß micheiner von euch mitten durch de» Leib schösse! Dieser Wunschwird niemanden befremden, der sich Biron denkt und sichin den Zustand seine durch eine Menge niederschlagenderBetrachtungen zerrissenen Seele versetzt Er hatte ein über,aus feuriges Temperament, ein lebhaftes Blut wallte inseinen Adern, er war von Natur ungeduldig und hattenie Wiederwartigkeiten erfahren. Er war Herzog, Pair,Marschall; aber mit einemmale sah er sich von dieser Höheherabgestürzt Er rief seine Siege, seine Tbaten, seineTriumphe in seine Seele zurück und verglich seinen vorigenGlanz mit dem erniedrigenden Zustande, in welchem er sichjetzt befand, und mit dem schimpflichen Tode, der ihn er,wartete. Er erinnerte sich seiner schimärischen Projekte,ihres traurigen Ausgangs, seiner treulosen Freunde, dieihn in diesen Abgrund gestützt hatten und ihn verließen;er dachte daran, daß es zu seiner Rettung nur eines Ge.ständttisses, eines Worts bedurft hatte, und er dies nichthabe von sich geben wollen. Nun kam seine Wache, küßteihm bestürzt die Hände und sagte ihm das lezte Lebewohl.Die Diener einer von ihm zu sehr vernachläßigten Religionboten ihmTrvstgründe dar, die vorfeiner Verwirrung nicht
zu