unrecht gethan war, dem König diese Mühe zu erspa-ren, dem ihre Durchlesung viel Geduld kosten mußte.Diß war jedoch nicht der wahre Grund meines Still-schweigens. Die Pünktlichkeit, womit mir Heinrichselbst schrieb, sowohl um mich von wichtigen Vorgän-gen im französischen Sraaksrath zu benachrichtigen,rhcilü um mir neue nach den verschiedenen auf mein Ge-schäft Bezug habenden Veränderungen eingerichtete Be-fehle und Verhaltungsregeln zu geben, überzeugte michhinreichend, daß nichts von dieser Art ihm zu ermü-dend oder sonst zuwider wäre. Allein ausserdem, daßcs ein guter politischer Kunstgriff ist, bey solchen Gele-genheiten immer etwas neues für seine Ankunft übrigzu behalten, um von feinem Herrn desto besser ausge-nommen zu werden, wollte ich das wichtigste Geheim-piß meiner tchikerhandlung nicht der Gefahr aussetzen,entdeckt oder auf irgend eine Art bekannt zu werden.Ein neuerlicher Vorfall war eine Warnung für mich,hiebey dis äußerste Behutsamkeit anzuwenden. Ichhabe desselben oben zu seiner Zeit nicht erwähnt, umWichtigere Nachrichten nicht dadurch zu unterbrechen.
Unter der großen Anzahl von Briefen, die ich vonäondon, theils an Villeroy und den Staaksrath, rheilsnur unmittelbar für den König selbst abgehen ließ, wareiner der letzten, Art vom 20 Jul., den Heinrich nichterhielt, wie er an der folgenden Depesche merkte, undmir sogleich schrieb. Dieser Brief war von der äußer-sten Wichtigkeit. Ich kannte den Eilboten genau, denich ihn mitgegeben hatte. Es war einer von meinenLeuten, ein ehrlicher und getreuer Cammerdiener vonmir. Ich setzte ihn darüber zu Rede, und er antwor-tete mir: Da der König bey seiner Ankunft auf derJagd gewesen fty, so habe er das Päckrchen zu Herrnvon Villeroy getragen, und eö einem von dessen C.om-