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1 (1838) Manessische Sammlung aus der Pariser Urschrift, nach G. W. Haßmanns Vergleichung
Entstehung
Seite
XLVI
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XI.VI

von ausgemalten Zeichnungen gemacht, von welchen einige schon in Steindruck ausgeführt undmir gefälligst mitgetheilt, so wie die übrigen zur Ergänzung meiner Sammlung erboten sind.Und jetzt eben erhalte ich die noch fehlenden Blätter in trefflichen Nachzeichnungen (von derFamilie Willemin) durch die Freundschaft des Herrn St. Marc Girardi n.

Ich gedenke nunmehr, alle oder doch die bedeutendsten dieser Bilder in Steindruck,mit kurzen geschichtlichen und alterthümlichen Erläuterungen, hestweise zu liefern, als Ergänzungs-band zum vorliegenden Werke; welchem, der Größe nach, auch die Bilder selbst gehörigenOrtes eingereiht werden könnten. Ich werde einige andere alte bildliche Denkmäler der Minne-singer beifügen; unter welchen das lebensgroße Bild Herzog Heinrichs von Breslau aufseinem Grabmale daselbst, welches Büsching nach Bräuers Zeichnungen bekannt gemacht hat(1826), zu den vollkommensten runden Bildwerken jener Zeit und überhaupt der bemaltenLhonbildnerei gehört und auch in dieser Art die hohe Kunstbildung seiner Zeit bezeugt.Außerdem erinnere ich hier nur noch an die Bildnisse des Landgrafen Hermann undseiner Gemahlin Elisabeth in einem gleichzeitigen Gebetbuche zu Stuttgard, wo sie ProfessorKugler abgezeichnet hat; an das Klingenthalische Wandgemälde Walthers von Klin-gen, dessen Abbildung ich Professor Hanhart zu Basel verdanke; und an das hölzerneMinnesinge rkästchen der verwitweten Königin von Baiern, davon bei dem Lristankäst-chen (S. 604) die Rede gewesen, und das ich in den vom Entdecker desselben, dem verstorbenenBibliothekar Scherer zu München, veranstalteten Zeichnungen habe.

Bei dem allerdings erst in einer ziemlichen Reihe von Jahren zu Stande gebrachtenWerke, in welches ich so manches meiner besten Jahre hineingearbeitet habe, ist, wie ich gezie-mend bitte, wohl zu erwägen, daß ein Lag den andern lehrt, und zumal auf diesem frischangebauten Felde über Nacht allerlei nachwächst; wie man denn verschiedene Zeiten in deneinzelen Lheilen dieses Buches wohl erkennen wird, da das Meiste schon manches Jahr gedrucktoder geschrieben zum Druck da lag und eigentlich nur auf den letzten Bogen sich noch der ZeitNachkommen ließ.

Ich spreche mein innigstes Bedauern darüber aus, daß leider schon so manche Freundeund Förderer während des Druckes hingestorben sind; doch ich bekenne auch meine große Freude,daß ich den Ueberlebenden, ohne deren vielfache Hülfe ich auch das Wenige nicht hätte leistenkönnen, die angenehme Pflicht der Dankbarkeit von ganzem Herzen zu erfüllen nun im Stande bin.

Berlin, am 8. Juni 1838.

F. H. i>. d. Hagen