XXIII
überhaupt (wie bei den alten Sprachen) mehr für Sprachlehre und Wörterbuch gehörig, woich sie auch bei Gottfrieds Werken angewandt habe. Die Schwierigkeit macht das häufigeSchwanken, das eben dies Reimwörtcrbuch schon zeigt, wo bei den Reimlauten selber die Län-genbezeichnung meist unterbleiben mußte, während die Reimwörter der angeführten Anfangszeilenimmer ihre gebührende Bezeichnung erhielten, welche, zur Gleichmäßigkeit, auch auf die ganzeReimzeile ausgedehnt ist. Nur die Umlaute der kurzen Selblaute sind oberhalb bezeichnet(ö, ü; e-^-A), die Umlaute der langen durch angeschmolzenes e (oe, -e; ü wird zu >u); beiden Doppellauten gilt die Umlautung des einen für beide (öu—öü; ue—rill, was nochSchwäbische Aussprache, neben der Schweizerischen üü). Die häufig in den Handschriftenüber einander stehenden Doppellaute sind hier alle neben einander gesetzt (io, iu; ri, eu;uo). iw, aw ist in iuw, ouw aufgelöst, gleich allen Abkürzungen: die alten Handschriftenvermieden ivw, odw, bei der gewöhnlichen Schreibung v für u. Das letzte ist überall her-gestellt und v innerhalb als Uebergang des auslautenden k. (hoveS)*). Desgleichen, istüberall, wo i mit folgendem Selblaute keinen Doppellaut bildet, das in alten Handschriftenseltenerscheinende s gesetzt; auch beifolgendem i selber, wo meist g fürs steht, weil man ii ver-mied (wie alle solche Verdoppellungen), zumal da bei dem Worte, wo dies meist nur vorkömmt(sehen), noch wohl ein drittes i hinzutritt (üi-rnht—bi-siht): man schrieb lieber abkürzendiht, oder gar ilsit (Nibel. 4488. St. Gall. Hds.). Anlautend ist v, anstatt k (—M)durchgeführt. Für lt, wenn es in rx übergeht, habe ich kein r gebraucht, sondern übera lkgesetzt, auch bei der Verdoppelung; nur cls (—W) behält c. Für die unterschiedenen Lautets (oder dp) und kz, die beide mit s geschrieben werden, sind die in der gewählten Druckschriftvorhandenen Zeichen verwandt: z für kz; und für dK, tS das aus kleinerer Schrift herüber genom-mene große.T. Auslautend stehen nur die scharfen Laute p, k, ll, rh, t, z, wenn sie sichin b, v, g, ls, d, beugen, können auch diese auslauten, bei folgendem Selblaute, zumal einesminder bedeutenden Wortes. Ich wiederhole hierin ganz die alten, meist einzigen Handschriften,und hätte es vielleicht noch mehr thun sollen, nämlich auch bei folgenden Liquiden oder Halb-vocalen, nachdem schon Notker in der Prosa sogar dieselben den Docalen gleichgestellt und aufalle den gelinden Laut, anstatt des scharfen, folgen läßt, so wie hier im Worte selber meistgeschieht (saldo, werlde, wände, drumde): freilich ist dies die Umkehrung, zu deren Nach-folge selber die Handschriften keine Aufforderung gaben. Außerdem stehen die gelinden Lauteim Auslaute mit dem Apostroph, welcher überhaupt das abfallende Cnd-e vertritt, bei Liquidennur nach langen Sylben (Ural', w.rv', irr) pkn', dien', hiur', ör', kceM', süm'). Auchdas Anfangs- e des herangelesenen Wortes bezeichnet er, demselben zu gekehrt (erz, irF).
*) Wird noch, wo man sich nicht der Umechtschreibung Hofes nachzwingt, Howes gesprochen;wie Briewes von Brief, brave.