XVII
Die große Jenaer Handschrift meist auch solcher späteren neun und zwanzig Dichter,mit Sangweisen, bekannt unter dem Namen »Meistergesangbuch,« aus einer AbschriftWiede burgs der zuerst Kunde davon gab (1754) für Bodmer, in der Müllerschen Samm-lung gedruckt (1785), ebenso unvollständig und noch ungenauer, als der Abdruck der Manessi-schen Handschrift; so daß Docen schon (1807) Ergänzungen begann, welche llr. K. H.Hermes für mich fortsetzte (1822). Diese Urkunde, von Gestalt die größte aller Altdeut-schen Handschriften, habe ich durch hohe Vergünstigung des unsterblichen Dichterfürsten Goethe,hier am Orte mit Muße zur Berichtigung und Ergänzung des Abdruckes benutzen können(1827); wobei Professor Kugler mir durch Abschrift der alten Sangweisen treulich geholfenhat. Ich bedaure nichts mehr, als daß ich dem verehrten Haupte, das sich mir bei diesemWerke so manigfach geneigt erwies, nicht auch durch Vorlegung desselben meinen innigstenDank darbringen konnte.
Eine bisher fast noch unbekannte W ien er Handschrift einiger, meist ebenfalls spätererDichter, vornämlich Frauenlobs, auch mit Sangweisen, zu welcher vermuthlich die beiDenis (1797) gedruckten, hier fehlenden Stücke gehören, hat F. Goldhann für mich ab-geschrieben. Durch denselben hat mir dann (1836) vi. Endlicher gefälligst Abschrift desspäter in der Ambraser H andschrift des Heldenbuchs entdeckten Leichs von Hartmannbesorgt. Den Wartburgkrieg bei der Liturelhandschrift besaß ich schon früher durch den(1808) bei Ebersdorf gefallenen theuren Freund Leo von Seckendorf.
Zu einer ähnlichen Sammlung, wie die Wiener, mit Sangweisen, scheint dasvon Professor Wiggert in Magdeburg (1832) gefundene Bruchstück gehörig, welches er zumeiner Ausgabe gütigst abgezeichnet hat.
Für einzelne Dichter hat sich auch, außer den eben genannten, eine beträchtlicheReihe n?üer"ö^^Mni'g'gebrauchter Quellen aufgethan; um so willkommener, als es meist be-deutendere Dichter sind:
Die Lieder W o.1,sr,gm s bei seinem Parcival, die anderen Münchener Handschriftenbeigeschriebenen Gedichte von R üg ge (der Leich) und von Mar ner, welche schon Docenbekannt gemacht, sind gelegentlich berichtigt.
Die Liedersammlungen Reimars des Alten und Walthers von der Vogel-weide in der Würzburger Handschrift, gegenwärtig in München, habe ich durch Vermitte-lung des hohen geistlichen Ministern hier gehabt (1826), und so viel mir möglich, ausgeschöpft.
Zn der großen Heidelberger Sammlung von Mariengedichten und Erzählungen,in der Koloczaer alten Abschrift »Gesammtabenteuer« genannt, fand sich der Leich Walthersund der Leich Reimars von Zweier (dessen übrige Gedichte auch der Hauptinhalt derchon aufgeführten zweiten Heidelberger Liederhandschrist sind): beide Gedichte gewährt die Ab-schrift der ganzen Sammlung, welche Büsching, als wir die Urschrift in Breslau hatten
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