Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
599
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Das ist auch eine von den alten Sünden,

Rechnen nennen sie ErGnden.

Dasselbe gilt, wie sich von selber versieht, von den drei- undvierfachen Kontrapunkten in der None u. s. w. und namentlichauch von dem polymorphischen Kontrapunkt; ein Name, der einenvielfältig ausführbaren Satz bezeichnet, einen Satz, der zwei-,drei-, vierstimmig gemacht, nach den Kontrapunkten der Oktave,Dezime und Duodezime um-, auch in allen Stimmen verkehrt werdenkann. Seb. Bach hat in seiner Kunst der Fuge eine vierstim-mige und eine dreistimmige Fuge (S. 40 und 44) nach diesem Kon-trapunkte gesetzt und beide Note für Note (S. 42 und 47) ver-kehrt. Es sind die merkwürdigsten Arbeiten dieser Weise uudBeweise tiefsinniger und angestrengter Kombination; allein sie habenküutslerisch nicht mehr gewährt, als der Meister auch in freiererForm geleistet hat, sondern eher weniger.

Damit indess ein Jeder sich auf die wohlfeilste Weise vondem auf diesem Weg Erlangbaren unterrichten könne, geben wirwenigstens eine Anleitung zu der leichtesten und zugleich frucht-barsten Gestaltung dieser Klasse.

Es ist nämlich möglich, einen nach dem doppelten Kontrapunktder Oktave entworfnen zweistimmigen Satz in einen drei- oder vier-fachen der Oktave, Dezime und Duodezime zu verwandeln. Wennman in demselben keine Intervalle als Terz, Oktave und Sexte,niemals Terzen- oder Sexlenfolgen, andre Intervalle nur durchgehendnimmt, so kann man einer oder beiden Stimmen oberwärtseine Begleitungsstimme in Terzen zufügen.

In dieser Weise ist folgender Satz abgefasst:

Die Sekunde zu Anfang des letzten Taktes wird später etwasharte Durchgänge veranlassen. Man könnte sie vermeiden , wennman das c der Unterstimme in ein Sechszehniel verwandelte, oderdas durchgehende d ohne Weiteres wegliesse; indess darf man dieschnell vorübergehende Härle nicht weiter beachten.

Dieser Satz nun kann dreistimmig werden, wenn man derUnter- oder Oberstimme eine dritte Stimme um eine Terz höherzugesellt;