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Das ist auch eine von den alten Sünden,
Rechnen nennen sie ErGnden.
Dasselbe gilt, wie sich von selber versieht, von den drei- undvierfachen Kontrapunkten in der None u. s. w. und namentlichauch von dem polymorphischen Kontrapunkt; ein Name, der einenvielfältig ausführbaren Satz bezeichnet, — einen Satz, der zwei-,drei-, vierstimmig gemacht, nach den Kontrapunkten der Oktave,Dezime und Duodezime um-, auch in allen Stimmen verkehrt werdenkann. Seb. Bach hat in seiner Kunst der Fuge eine vierstim-mige und eine dreistimmige Fuge (S. 40 und 44) nach diesem Kon-trapunkte gesetzt und beide Note für Note (S. 42 und 47) ver-kehrt. Es sind die merkwürdigsten Arbeiten dieser Weise uudBeweise tiefsinniger und angestrengter Kombination; allein sie habenküutslerisch nicht mehr gewährt, als der Meister auch in freiererForm geleistet hat, — sondern eher weniger.
Damit indess ein Jeder sich auf die wohlfeilste Weise vondem auf diesem Weg Erlangbaren unterrichten könne, geben wirwenigstens eine Anleitung zu der leichtesten — und zugleich frucht-barsten Gestaltung dieser Klasse.
Es ist nämlich möglich, einen nach dem doppelten Kontrapunktder Oktave entworfnen zweistimmigen Satz in einen drei- oder vier-fachen der Oktave, Dezime und Duodezime zu verwandeln. Wennman in demselben keine Intervalle als Terz, Oktave und Sexte,niemals Terzen- oder Sexlenfolgen, andre Intervalle nur durchgehendnimmt, so kann man einer oder beiden Stimmen oberwärtseine Begleitungsstimme in Terzen zufügen.
In dieser Weise ist folgender Satz abgefasst:
Die Sekunde zu Anfang des letzten Taktes wird später etwasharte Durchgänge veranlassen. Man könnte sie vermeiden , wennman das c der Unterstimme in ein Sechszehniel verwandelte, oderdas durchgehende d ohne Weiteres wegliesse; indess darf man dieschnell vorübergehende Härle nicht weiter beachten.
Dieser Satz nun kann dreistimmig werden, wenn man derUnter- oder Oberstimme eine dritte Stimme um eine Terz höherzugesellt;