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wird, so geschieht es leicht selbst Meistern, dass dasselbe nicht sofest und befriedigend abschliesst, oder auch nachher nicht so getreufestgehalten werden mag, als im Allgemeinen von einem Fugen-thema gefodert werden kann, dass vielmehr das erste Thema denVorrang behauptet. In solchen Fällen entsteht dann auch wohlder Zweifel, ob wir eine einfache oder Doppelfuge vor uns haben.So kann man wohl zweifelhaft sein, ob die ßach’sche Fuge, derenThema in No. 363 mifgetheilt ist, eine einfache oder Doppelfugezu nennen sei? Nachdem der Alt das erste Thema vorgetragen,setzt er dem antwortenden Diskant einen zweiten Satz entgegen,
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der nachher bei dem Eintritte des Basses mit dem ersten Satze vomDiskant beantwortet und dem Bass entgegengeslellt wird. Auchin der zweiten Durchführung erscheint dieser zweite Satz im Bassegegenüber dem ersten im Diskant, und so noch einmal am Schlüsseder Fuge in gleicher Weise. Dagegen stellen uns in der zweitenDurchführung nach dem einmaligen Erscheinen des zweiten SatzesAlt und Bass den ersten in der Engführung und Verkehrung vor,ohne dass vom zweiten weiter die Rede wäre. Und wenn manauch nach dem oben Angeführten es nicht befremdend finden kann,dass im zweiten Theile der Fuge auch ein Thema allein durchge-führt wird: so muss doch endlich zugestanden werden, dass derzweite Satz trefflich als Gegensatz gegen den ersten, aber für sichallein keineswegs fest abgeschlossen, nicht einmal von bestimmterTonart, für sich allein den Anfoderungen an einen Fugensatz kei-neswegs genügend ist. — Ein Gleiches wäre von der Bach’schenFuge zu sagen, deren Thema und Gegensatz wir in No. 451 be-trachtet haben. Allein es bedarf für uns hier keiner peinlichen undkleinlichen Untersuchungen. Denn wir haben schon längst erkannt,dass im Reiche der Kunst die nahe liegenden Formen unabgränzbarin einander übergehn, und dass es uns nicht auf ängstliche Ver-suche, eine bestimmte Gränze zu finden (wo keine ist), ankommenkann, sondern auf die Erkenntniss und Geschicklichkeit, alle For-men, hüben und drüben jeder Gränze, zu bilden.
Und so sei nur noch ein reicheres und unzweideutig hierhergehöriges Werk von Bach als eines der Muster für diese Formbezeichnet, die Gmoll-Fuge, deren Thema in No. 365 vorgezeigtist. Der Tenor hat das erste Subjekt vorgetragen, der Alt trittmit der Antwort, und zugleich der Tenor