Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
411
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In diesen HändePscben Tonsätzen tritt der feste Bass als einriistigsfreudiges Tonspiel und als geistreich-treffender Ausdruck auf.Höhere Weihe ist der Form geworden durch die aus dem tiefstenSinn alles Kunsllebens geschöpfte Anwendung in Seb. ßachs hoherMesse. Unter dem Gesang des Crucifixus, der sich wunderbarwie aus unsterblichen Seufzern forlwebt, schleicht in ängstlich klei-nen Pulsen und schleppendem Rhythmus der Modulation

der Bass wie gebückt und zerknirscht einher,

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immer wieder (zwölfmal) dieselben Trauerschritte messend, bis zu-letzt (im dreizehnten Male) seine Abwendung vom Kreuz eine nochtiefere Rührung ganz unerwartet weckt. Flöten und Geigen wehenin eigner Weise, wie mit leisem Weheruf und Trauergesang durcheinander hinein.

Wenn die vorhergehenden Betrachtungen uns zu richtiger Wür-digung der neuen Kunslform geleitet haben, so werden wir ihrjetzt gern ein gründlicheres Formalstudium widmen. Es genügenhierzu folgende einzelne Betrachtungen.

Das Thema muss vor allen Dingen dem künftigen Karakler

591 sehen, sehr einfach gestalten, muss aber eine bestimmte Weiseund einen sichern Abschluss haben, wofern es nicht, wie die er-wähnten Themate, durch eine unmittelbare Rückkehr in den An-fangston schliesst. Dass es eine sangbarere Bildung zulässt, istnicht blos an No..' 593 sondern auch an dem Thema des reichstenKunstwerks in dieser Form, der Passacaglia von Seb. Bach:

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(von dem vielleicht No. 585 ein unwillkührlicher Nachklang ist') zusehen. Doch möchte es nicht rathsam sein, dem Thema einen zumarkirteu Karakter, besonders in zu weiten und bedeutsamen Schrit-ten oder ausgezeichneten Rhythmen zu ertheilen, weil es sich dannzu schwer mit dem Gewebe der andern Stimmen verträgt und ver-

©

Zweiter Abschnitt.

Nähere Erörterung der Form,

1. Das Thema.

der Form entsprechen. Es kann sich, wie wir an No. 593 und