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2 (1847)
Entstehung
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führungen benutzt) durchgangen und dann das Thema vom Tenorin der Unterdominante wiederholt. Eines Orgelpunkts bedarf esbei solcher Kürze und der ruhigen Modulation des Ganzen nicht;mithin folgt nun alsbald die letzte Durchführung im Hauplton. Undwie geschieht diese? Es ist wieder die Engführung aus derzweiten Durchführung, also das Stärkste, was das Thema ergebenkonnte. Allein dies wird jetzt auch in der bedeutsamsten Weisehiugestellt, es wird von Diskant und Bass, also den Aussenstim-men (Th. I, S. 319) ausgeführt, während die Miltelslimmen dage-gen figuriren.

Eine gleiehe Ausprägung jedes einmal ergriffnen Formgedankenfinden wir in der No. 525 schon erwähnten Rmoll-Fuge. DasThema wird zuerst von Alt, Diskant, Bass und Tenor durchge-führt. Nach einem Zwischensatz wiederholen Tenor und Alt, dar-auf Diskant und Bass das Thema in engster Führung. In einemZwischensätze geht es zum Hauptton zurück und hier wird dasThema von Tenor, Alt, Diskant und Bass in der Verkehrungdurchgeführt. Wie nun der ersten Durchführung die beiden Eng-führungen folgten, so auch hier. Erst treten Tenor und Diskant,dann Alt und Bass mit dem verkehrten Thema in engster Folge auf.

Was könnte nun noch geschehen?

Bach bringt nun die stärksten seiner Gestaltungen zusammen.Das Thema in rechter und verkehrter Bewegung w'ird nun in eng-ster Folge durchgeführt, erst von Diskant und Tenor, dann vonBass und Alt. Diese Gestaltung wiederholt sich zum Schluss desGanzen in der letzten Durchführung im Diskant und Tenor, aberdergestalt, dass der Diskant (der zuvor das verkehrte Thema hatte)jetzt in rechter Bewegung und der Tenor (der zuvor das rechteThema halte) in der Verkehrung auftritt, der erstere durch denAlt in Sexten, der andere durch den Bass in Terzen begleitet undverstärkt wird.

Nicht nachgeahmt will ein solcher Bau werden, am wenig-sten vom Anfänger, den ein solches Unternehmen nur drücken undhemmen würde, sondern er soll ein Fingerzeig sein auf denoben, und in den verschiedensten Beziehungen von uns schon sonstausgesprochnen Grundsatz der Stetigkeit und Konsequenz.

Derselbe Grundsatz findet auch seine Anwendung auf die Zwi-schensätze. Hier ist der Anfänger in der Fugenkunst (und nochmancher Vorgeschrittne) meist durch eine gewisse Hast, durch einTreiben und Drängen nach der nächsten Durchführung gestört;als wenn nicht der Zwischensatz ebenfalls ein Recht auf seinenund unsern Antheil hätte, als wenn er nicht oft mehr an seinerStelle wär, als eine neue Durchführung, nachdem die erste kaumgeschlossen.