Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
341
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Es genügt au diesen Beispielen, ohne dass wir für jetzt mehrund werthvollerer aus den Werken der Meister bedürften. DieFähigkeit, eine Durchführung zu bilden, nebst der Geschicklichkeitder Choralfiguration genügen, uns der neuen Form zu bemächtigen;die Modulation wird, wie bei den Figurationen, mehr oder wenigergebieterisch von der Choralmelodie vorgeschriebeu und dient uns,wie der Cantus firmus selbst, wieder zum erwünschten Leitfadenund Anhalt, wo wir irgend über den Fortgang zweifelhaft seinkönnten. Wo, in welcher Weise, wie oft wir das Fugenthemaauf- oder durchführen, welche Freiheiten wir uns mit demselbennehmen wollen: auch das steht in unserm freien Ermessen, zumalda die Fugenarbeit nicht oder nicht allein Hauptsache ist, son-dern der Cantus firmus sich bei aller Einfachheit als das andreHauptgewicht in die Wagschale der Entscheidung legt. So bedarfes denn auch keiner weitern Anweisung für diese Form *).

Fünfter Abschnitt.

Der fugirte Choral.

In der vorigen Form ist der Choral zur Fuge hiuzugetrelen.Jetzt soll er selbst Fuge werden.

Der Gedanke liegt näher, als es scheint. Haben wir dochschon Choralstrophen oder Theile davon als Motive für Figuralar-beit benutzt und gegen den in grossem Noten dagegen auftreten-den Cantus firmus durcbgeführt; warum sollte nicht auch eine Cho-ralstrophe, ja vielleicht jede Strophe eines Chorals Fugenthemawerden können?

Dies ist der Grundgedanke der neuen Form. Es wird in ihreine Strophe des Cantus firmus nach der [andern als Fugenthemadurchgeführt, also der Choral selbst wird Abschnitt für Abschnittzum Fugensatze.

Wenn die erste Strophe als erstes Thema von den fugi-renden Stimmen durchgeführt ist, vollendet die vorbehallne Stimmeden Satz durch den nochmaligen Vortrag der Strophe als Thema,am besten in grossem Noten. Während dies und die Gegenhar-monie, oder ein beginnender Zwischensatz die Stimmen erfüllt, be-ginnt eine der Stimmen von Neuem mit der zweiten Choral-strophe als zweitem Fugenthema. Auch dieses wird durchgeführtund die vorbehaltne Stimme schliesst wieder mit dem neuen Themain der Vergrösserung, wie in der Durchführung des ersten Themas.

*) Hierzu der Anhang Q.