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Die ersten neun Noten sind der Cantus firmus seihst. Alleindie Stimmung für den zarten und tiefen Gesang des alten Kirchen-liedes fand daran keinen befriedigenden Slot!'; die Melodie spieltesich auf die Quinte und die andern Stimmen traten — nicht mitdem Motiv der ersten, sondern für sich in einfacher Weise, abererinnernd an den Gang der ersten (mit dem verkehrten Motiv a)auf. Sobald der Halleton der Oberstimme zur None geworden war,musste die Auflösung erfolgen; uud dies geschah wieder mit Erin-nerung an den Anfang (durch das verkehrte Motiv b) und vollen-dete den zweiten Takt, der sich im dritten in der Parallellonartwiederholt, und durch die Wiederholung von c den vierten Takteinleilet. Was sollte nun folgen? Das Nächste war’ eine nochma-lige Wiederholung des zweiten Takts auf tieferer Stufe gewesen.Dies hätte uns nach Z?molI, also in die willkommne Dominanten-tonart gebracht; nur würde die dreimalige Aufführung ermüden.Oder sollte ein neuer Gedanke folgen? Gewiss nicht; wir suchenunsre Kraft niemals in der Häufung von Einfällen, sondern imtreuen Hallen und Ausführen des ersten Triebes bis zu dessen Be-friedigung. So führt uns die Sache selbst auf einen Gang nach E,den die beiden Oberstimmen im Wecbselgesang ausführen, der Bassleise und untergeordnet unterstützt. Hiermit sind wir aber Schuld-ner des Basses (S: 103) geworden. Es übernimmt also der Tenordie Dominante (von E) als Halleton, und der Bass tritt dem fort-gehenden Gesang der Oberstimme in seiner Weise enlgegen, bisauch der Tenor seine Genugthuung erhält, dem Aufschwung derOberstimme folgt, uud nun die Einleitung in einem doppelten Quin-tenfall (von H nach E nach A) in den Hauplton zurück und zumCantus firmus führt.
So gewiss alle diese Ueberlegungen im Augenblicke der Kom-position nicht klar vor dem Bewusstsein des Komponisten standen:so gewiss müssen sie doch schon in seiner Seele gewesen sein und(wenn auch unbewusst) gewaltet haben; sonst hätte sich eben derSalz nicht so gebildet. — Es versteht sich von selbst, dass mitdieser Einleitung die ganze weitere Figuration gegeben ist. Baldder Wechselgesang, bald der zweite Takt, bald Motive des erstengeben den Stoff zu Zwischensätzen und Begleitung des Cantus fir-mus; nur der Schluss regt etwas Andres an, hierin dem Liedegetreu.
Hat nun der vorige Salz seinen Stoff aus dem Choral entlehnt,also immer noch einen bestimmten Anlass gehabt: so versuchenwir jetzt eine Figuration ohne alle äussere Anknüpfung. Es seidazu der Choral