Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
96
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OG

gende Toufolge für den ersten Theil, fallende für den zweitetf, demKarakter der Menuett vorzugsweise entsprechen, bemerkt jeder vonselbst. Das Trio wird milder und sangbarer gehalten, und wenigerscharf gegliedert; auch der Bass ordnet sieb da mehr unter.

Soviel für jetzt von dieser karaktervollen Form, die mit obigenAndeutungen übereinstimmend, aber (wie sich von selbst versteht)mit der dem Meister gebührenden Freiheit am glücklichsten vonJ. Haydn angeweudet worden ist. Was schon bei ihm und Mo-zart, besonders aber durch Beethoven aus der Menuett sichweiter entwickelt hat, wie sie in eine neue Form, das Scherzo,übergegangen ist, kommt anderswo (Th. III, S. 195) zur Sprache.Mehr dem ursprünglichen Karakter des Tanzes entsprechend ist unterandern jene allbekannte Menuett aus Don Juan. Dieser Karakteraber ist uns minder lehrreich und fördernd. Für die Entwickelungder Kompositionsfahigkeit ist uns die Menuett nicht blos wegen ihreseigenlhümlichen und feslgezeichneten Karakters, sondern auch darumwillkommen, weil sich zuerst in ihr neben der Hauptslimme nocheine zweite Stimme als Gegensatz zu jener hervorlhut und selb-ständig geltend zu werden trachtet. Als

elfte Aufgabe

sei daher die Uebung im Menuettsatz empfohlen.

Nachbemerkung.

Dem Studium der Liedkomposition folgen nun die polyphonenFormen, in denen die rhythmische Konstruktion und die Bildungund Führung einer Hauptmelodie nicht in gleicher Bevorzugung ge-übt werden können. Es ist daher dringend rathsam, die Uebungim Liedsatze so weit sich neben den neuen Arbeiten für sieZeit erübrigen lässt unermüdlich fortzuselzen und gelegentlichauch auf andre angewandte Formen (Tanzformen) auszudehnen,die ebenfalls eigenthümliche Aufgaben darbieten, wenn auch nichtvon solcher Wichtigkeit, dass sie hier ausdrückliche Berücksichti-gung fodern könnten *).

) Hierzu der Anhang B.