Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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auch denselben wohl in der Mille der folgenden Walzer wieder-bringen. Strauss, Lanner, Labitzky, Gungl u. A. habenin dieser mehr geselligen als künstlerischen Form bisweilen höchstAnziehendes geleistet und sich in den spätem Partien solcher Tanz-reihen sehr frei zu bewegen gewusst, ohne doch das Tanzmotivaus den Augen zu verlieren.

Die Komposition des Walzers bietet nach dem fliessenden,schmiegsam wiegenden Wesen des Tanzes einen entschiednen Ge-gensatz gegen den scharfgemessnen Einhertritt des Marsches undist wohl geeignet, eine andre Seite oder Form an dem Bildungs-sinne des Komponisten zu entwickeln. So wenig wir uns zu derLeberschätzung herbeilassen werden, die solchen Leistungen bis-weilen von der Menge gezollt wird, so wenig darf man auf derandern Seite das Talent übersehen, das sich an dieser Aufgabe inZügen voll Anmulh, Zartheit oder Ueppigkeit, üppiger Lust odersüsser zärtlicher Schwärmerei schon oft (z. B. in den Tänzen deroben genannten Kunstgenossen) erwiesen hat. Noch weniger wol-len wir uns in pedantischer Prüderie die gelegentliche Lust unddie Entwickelung und Bethäligung an Erfindungskraft auch nachdieser Seite hin versagen. Haydn hat Hunderte von Menuettengeschrieben und ihnen viel zu danken gehabt; C. M. WebersAufforderung zum Tanz ist den modernen Walzerketlen nichtgar zu fernliegend, in vielen derselben (z. ß. indas' Leben einTanz von Strauss) mag der Komponist auch noch einer tiefemVorstellung nachgehangen haben, als dem blossen Tanze. Dahersei als

zehnte Aufgabe

die Komposition von Walzern,recht aus dem Motiv des Tanzesheraus und seinem Karakter gemäss, und Walzerketten empfohlen.

Dritter Abschnitt.

Die Menuett.

Die Menuett ist zwar längst aus der Reihe unsrer geselligenTänze ausgeschieden, hat sich aber in unsern grossem Instrumen-talstücken (Sonaten, Quartetten, Symphonien) als Intermezzo oderwesentlich eingreifender Satz behauptet, meist zwischen dem zweitenSatz (Adagio) und dem Finale. Hier hat sie einen frischem, auchwohl derbem Karakter angenommen, als die ursprüngliche Idee desTanzes war; aber einen so sicher gezeichneten, dass wir uns ihm,und nicht der ursprünglichen Weise anschliessen.