Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
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z. B. in Prinz Louis-Ferdinands Cmoll-Quatuor Op. 6, glücklichund mit vollem Recht angewendet worden. Im Allgemeinen kannihr aber kein hoher Werth beigelegt werden. Satz und Gegensatzsind schon mit vier Theilen vollkommen darzustellen, und jene weit-gedehnten Kelten von verschiednen Gedanken ohne innigem Zusam-menhang werden nie die Kraft und Tiefe unsrer andern grossemFormen erhalten. Es erscheint darin mehr Gedanken-Ueppigkeit,als Gedankenreichthum.

Ob nun in allen diesen Zusammenstellungen der Hauptton mitseinem Nächslverwandten (Dominante oder Parallele) allein, odermit mehrern andern Tonarten umgeben werden soll, bleibt in jedemeinzelnen Falle zu ermessen. Nur im Allgemeinen kann gesagtwerden, dass ein zu langes Verweilen in derselben Tonart bei so-viel Sätzen leicht lähmend, ein zu gehäuftes oder zu fernes Umher-wandern zerstreuend wirken könnte. Naheliegend wäre z. B. dieseKonslruktionsordnung:

Erstes Tonstück Cdur, Gdur, Cdur,zweites Tonstück Cmoll, Csdur, Cmoll.

Nur würde die viermalige Benutzung derselben Tonika (erst Gdur,dann Cmoll, dann doch wieder Cdur bei Wiederholung des erstenTonstückes) Monotonie drohen, und man müsste wenigstens imzweiten Tonstücke die Tonika mehr zurücklreten lassen, z. B. vonDominante oder Unterdomiuanle ausgehen. Wählte man aber dieseAnlage und es sollte ein drittes Tonslück (ein zweites Trio) folgen:so würde man dazu jedenfalls gut thun, einen entlegnem Ton,z. B. As&ur (die Unterdominante der Parallele von Moll, oder dieParallele der Unterdominante in Moll) zu nehmen, um durch seinefremdere Ansprache weniger fühlbar zu machen, dass nun bereitszum dritten Mal von vorn angefangen wird. Wollte man statt Cmoll,um die Wiederkehr der Tonika zu vermeiden, etwa AvuoW zumSitz des Trios bestimmen, so würde man von da nicht wohl nachCdur möduliren, das schon vom ersten Tonstücke besetzt ist, son-dern für den zweiten Theil vielleicht Cdur (die Unterdominante desHaupttones), wenn nicht Cmoll oder Cdur, die Dominante von A ,vorziehen. Natürlich dienen diese Entwürfe nur als Beispiele, esist ein Paar von vielen möglichen und statthaften Wegen.Die Uebung der Liedform in vier und mehr Theilen kann hiernachohne weiteres Vorarbeiten dem Schüler überlassen bleiben.