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vom Hauptgedanken sich Hinweg- und wieder zu ihm Zurückbe-wegende auf, so werden wir auf den ersten Gegensatz der Ton-kunst (Th. I, S. 23)
Ruhe, — Bewegung, — Ruhezurückgewiesen.
Eine höchst anziehende Anwendung der dreitheiligen Liedformfinden wir in Beethoven’s ^s-dur-Sonate, Op. 26, im Themader Variationen. Der erste Theil, im Hauptton Takt 16 scblies-send, bildet einen Vordersatz in zwei Abschnitten (beide mit Halb-schlüssen) von zweimal vier Takten und einen Nachsatz, der denVordersatz wiederholt, — nur mit Veränderung des ersten Abschnittesund Ganzscbluss des zweiten. Der zweite Theil bildet sich mitneuem Inhalt aus
2 und 2, 4 und 2 Takten,
(die letztem sind Anhang) schliesst in Es und führt zum drittenTheil, der den Nachsatz des ersten wiederholt.
Soviel über die zwei- und dreilheilige Liedform. Wir dürfenvoraussetzen, dass jede bis hierher aufgewiesne Wendung dem eifrigenJünger schon Antheil und Uebungslust abgewonnen habe, setzenaber als
siebente Aufgabe
ausdrücklich fest: dass ein Satz (eine Periode) mehrmals durch alleangegebnen und nach denselben Grundsätzen zulässigen Formeneines ersten Theils hindurch ausgeführt, mit einem zweiten, —dann mit zweitem und drittem Theil versehen werde, dies ebenfallsnach allen für anwendbar erkannten Formen. Dies bewusst-volle Bilden und Schaffen, dies werkthälige Denken mussso lange geübt werden, bis die Form uns zur eignen Natur,die Grundsätze zu einer Art von künstlerischem Instinkt'geworden sind und jeder Satz sich sogleich mit den reichen Folgendarstellt, die er nach verschiednen Richtungen haben kann. Danngehört das so eroberte Kunstgebiet erst uns an. Dann überlasseman sich dem freiesten Bilden, sow r eit Lust und Zeit irgend ge-statten; dann folge man kühn jedem Rufe der innern Stimme undvertraue, dass sie die letzte höchste Regel giebt. Wer diese Frei-heit eher zu übeu begehrt, als vollste Durchbildung und Zucht desGeistes sie gewähren, der fällt in das Getümmel der Willkiibr, dienur zusammenraffen und zusammenwürfeln, nicht schaffen, — diestören und zerstören, nicht erbauen kann.