Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
36
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das Thema aus Beethovens grosser Leonoren-Ouvertüre, das mitdem Schlusstakt (auf dem seine Wiederholung beginnt) dreiund-dreissig Takte hat. Untersuchen wir seinen Bau, so finden wiraus dem Hauptmotiv («) einen Abschnitt von vier Takten gebildetund denselben in einer höhern Lage wiederholt. Dann wird seineerste Hälfte (also zwei Takte) allein gesetzt und in höherer Lagewiederholt; bis hierhin ist, alles höchst klar und fasslich. Nunwird bis zu der Schlussformel (die vier oder fünf letzten Takte,g c) nur das Motiv a (von einem Takte) gesetzt, aber vomdreizehnten bis zweiundzwanzigslen Takt also fünfmal so,dass auch hier Glieder von je zwei Takten sich abzeichnen (jedesGlied strebt empor, jedes neue hebt mit einer Wiederholung der

vorigen Lage

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an), wenn auch weniger deutlich. Noch weniger unterscheiden sichdie folgenden Glieder; aber es folgen allerdings dreimal zwei Takteund der Dominantakkord wieder mit vier Takten, so dass das schonin die Vier- und Zweitheiligkeit eingelebte Gefühl das vorher deut-lich ausgeprägte Maass auch hier festhält.

Dass mit der weitern Ausdehnung die Gefahr entsteht, den In-halt alhnählig unter den Wiederholungen erschlaffen und das In-teresse verlieren, die Aufmerksamkeit und Theilnahme des Zuhörersermüden zu sehn, ist gewiss; No. 38 steht in dieser Hinsicht un-günstiger als No. 37; und in dem Beethovenschen Satze, der-über einem Orgelpunkt auf der Tonika gespannt sich majestätischund kühn wie ein Adler zur Sonne emporschwingt, ist es ebenmir die Grossheit der Erhebung, von den Mitteln des Orchestersunterstützt, die nicht einmal den Gedanken einer zu weiten Aus-dehnung aufkommen lässt. Allein mit dieser Frage (ob ein Satznun zu weit ausgedehnt sei, oder nicht) haben wir es für jetzt garnicht zu thun. Wir üben uns, Sätze aller Art und in jeder zuläs-sigen Ausdehnung oder Erweiterung zu bilden, um dadurch Erfin-dungskraft und Sinn für ebenmässiges Gestalten zu stärken. Künf-tig wird dann in jedem einzelnen Fall der Sinn unserer Aufgabeund unser an der Reihe aller durchgebildelen Gestalten auferzognesUrtheil uns Weg und Gränze jedes Satzes vorzeichnen. Die

zweite Aufgabe

des Lernenden ist, an verschiednen Sätzen alle Arten der Erwei-terung durchzuführen, so dass jeder Satz durch alle Stufen zuläs-siger Ausdehnung durchgeführt wird. Je sorgfältiger hierbei die

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