Vorrede,
An die Jüngern Kunstgenodsen.
An Euch, meine Freunde, — die ich so nennen darf in dergemeinsamen Lust für unsre Kunst und nach der verbrüderndenWahl des Lebensberufes, — an Euch, die Ihr versuchen wollt,ob aus meinen Erfahrungen und Forschungen ein fördernder Wink,ein belebendes Wort Euch zuspreche: — an Euch habe ich zu-meist gedacht unter der strengen Arbeit, die diese Blätter mir ne-ben geliebterer Thätigkeit abfoderten; sie sind zunächst Euch ge-widmet, in denen ich meine Gedanken, wofern sie richtig, zu Tha-ten und Freuden erwachsen wiederzusehn hoffe. Denn dieses istja, — oder ich müsste mich ganz irren, — die rechte wünschens-werte Fortdauer unsers Lebens, die wahrhafte Unsterblichkeit;nicht das Weiterklingen unsers leeren Namens (den als eiteln Schalldie Winde verwehen mögen), nicht sein Vermerk unter hundertgleich inhaltlosen andern Namen in den ängstlichen Registern derKleinhändler mit Geschichte und Litteratur: sondern die Hoffnung,die Gewissheit, dass unsre That weiter wirkt, neue Thalen, einausgebreitetes erhöhtes füllereicheres Leben weckt und nährt, dasswir unsre Schale lebendigen Thaues ausgegossen haben in den Le-bensstrom der seligen Kunst, an dessen Wassern sich die Völkererfrischen und verjüngen. Begeistrungslrunken eilt eine Schaarder Jünger auf die andre herbei in diesen heiligen Dienst; die Lustam Tonspiel hat sie gelockt, das süsse Geheimniss der Melodien,die erzue Macht harmonischer Massen ihre Seelen erregt uuddurchschütlert, sehnsüchtiges Verlangen nach neuen Offenbarungenhervorgereizt, schöpferische Ahnungen, das Erblühen in der eignenBrust eines neuen Tonlebens gezeitigt. Uud diese Ahnungen, die-