Eilftes Buch.
ie in dem Kompromiß, welcher wegen desMarquisatö Saluzzo in die Hände deö Pab» ^599»stes niedergelegt war, bestimmte Zeit war verflossen,ohne daß seine Heiligkeit in dieser Sache etwas ent-schieden hätte. Der Herzog von Savoyen, der besserals irgend Jemand wußte, .daß der Ausspruch nicht gün-stig für ihn ausfallen würde (r), hatte um das Urcheilaufzuschieben alle die Kunstgriffe gebraucht, die an die-sem kleinen Hofe gewöhnlich sind, der zu seiner Erhal-tung und Vergrößerung Hinterlist, Wortbrüchigkeit,Unterwerfung und Anhänglichkeit an den Stärkerer an-wendet. Die erste Idee des Herzogs war, einen Kom-promiß zu wiederrufen, den er blos eingegangen hatte,um Zeit zu gewinnen und in der Hoffnung, daß Frank-reich vielleicht mit dem heiligen Stuhl zerfallen würde.Weil aber dieses doch zu auffallend gewesen wäre, sonahm er zu einem andern Kunstgrif seine Zuflucht, umden Pabst zu bewegen, daß er freywillig der Entschei-dung dieser Sache sich entzöge. Er schrieb seinem Ge-sandten zu Rom, er habe sichere Nachrichten sowohlaus Frankreich als aus Italien, daß Clemens VUI.von dem König gewonnen wäre, doch mit der geheimenBedingung, daß Seine Majestät sich verbände nachherdem Pabst selbst alle ihre Rechte auf das Marquisarabzutreten. Der Gesandte, selbst zuerst durch seinenHerrn betrogen, erklärte sich über diese Art, Richterund Partey zu seyn, auf eine Weise, daß Clemens,der die Entscheidung nur um des Wohls beyderThei-
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