io4 '. —
Nichts läßt sich mit der Mühe vergleichen, diees mir kostete, die Geheimnisse der Finanzbedienten zuentdecken. Ich wusste kein besseres Mittel dazu, alsendlich einmal den allgemeinen Anschlag der Einkünfte,von dem ich schon geredet habe, ohne Irrrhum fertigzu haben; aber darinn lag eben die Schwierigkeit.Mit dem, den ich 1596 auf das folgende Jahr ge-macht hakte, war ich nicht zufrieden; auch nicht mitdem von r ;y7 , ob er gleich schon weit genauer war.Der Fehler lag darinn, daß ich keine andern Quellenhatte, nach denen ich ihn verfertigen konnte, als dieAngaben und Listen der Intendanten und Schatzmei-ster, und daß bey allen diesen ohne Ausnahme, sosorgfältig ich auch in der Wahl war, ich doch immerfürchten mußte, überrascht oder betrogen zu werden.Ich fieng also dieselbe «Arbeit dies Jahr von neueman. Zuerst machte ich ein Verzeichniß von all denSteuerausschreibungen, welche man in die General-Aemrer schickte, und den Edicten, nach welchen dieGelder in dem Königreich gehoben wurden. Dannsetzte ich die Tarifs hinzu, welche nach diesen Edictengemacht waren, und alle Konrracte, welche der Finanz-rath mit den Haupt, und den Afterpäeinem geschlossenhakte. Alle diese Stücke verglich ich mit einander nachden Einsichten, welche meine vorigen Arbeiten mirschonin dieser Sache gegeben hatten. Diesmal glaubte ichnun endlich so weit gekommen zu seyn, daß ich denGrund der Sache durchschauet«. Bey dem gewöhn-lichen Ausschreiben der Steuer giengen einige Mißbrau-che vor, aber dies war«»: die geringsten. Weit beträcht-lichere fand ich bey den außerordentlichen Ausschreibun-gen oder Befehlen zu Vorschüssen auf das künftigeJahr; und die allergrößten schienen mir von den After-pachten herzukommen. Die Pächter, welche von demFinanzralh pachteten, und die Schatzmeister von Frank-