Ich gehörte zu allen diestn Rathsverlammlunaen,und harte gewöhnlich den Vorsitz darinn, wenn derKönig nicht zugegen seyn konnte, und dieses . eschahoft, hauptsächlich Heyden Ausschüssen. Im Staats«rath , den ich fass ganz allein >irigirte, fehlte ich nie-mals. Alle Briefe und Bittschriften, die darin vorge-schlagen werden sollten, waren an mich gerichtet; undweil nur wenige Fragen eine allgemeine Berathschla»gung erfordern, so gab ich immer bey dem Vortragzugleich auch mein Gutachten Ost auch brachte ichgleich die ArretS schon aufgesetzt mit damit alles ineiner Sitzung abgethan werden konnte, und seltenwurde etwas darin verändert. Ich Hobe immer denGrundsatz gehabt, daß die Antworten bey wichtigenAngelegenheiten, nie schnell und deutlich genug seynkönnen ; alle Zeit, die man mit Streitigkeiten darüberhinbringt, ist verlohren.
Man sieht leicht ein, wie viel Zeit diese Arbeitallein wegnahm; auch gewöhnte ich mich, Winter undSommer des Morgens um vier Uhr aufzustehen, undwendete die beyden ersten Stunden des Tages bloöda«zu an, die Sachen, welche vorgenommen werden soll-ten , so viel als möglich aufs Reine zu bringen. EinMinister, der dieses nicht thut, wird in eine MengeVerlegenheiten gerathen und alles in einer Verwirrunguns einer ewigen Unentschiedenheit lassen, die ihn end-lich zu Boden drücken müssen. — Um halb siebenwar ich sters angekleidet, und im Stande, michindieRathSversamlung zu begeben, welche um sieben Uhr jangieng und gewöhnlich um neun aufhörte; wenn wich-tige Sache vorkamen dauerte sie aber auch wohl biszehen oder eilst. Ost geschah es, daß der König, an-statt selber hinzukommen, um neun oder zehen Uhrmich, entweder allein oder mit den beyden andern
Staats«