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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
162
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ten zu lassen; aber sein gutes Herz und die Erinne-rung an die alten Dienste des Herzogs behielten wie-der die Oberhand. Er anwortere ihm, um ihm seinBeileid über den Tod der Herzogin zu bezeugen undihn seines Wohlwollens zu versichern. Hätte er gewißseyn können, daß diese lezte Probe seiner FreundschaftLen Herzog von Bouillon auf immer zu seiner Pflichtzurückführen würde, so hätte er den ersten besten nachSedan schicken können, und der ganze Auftrag hattedarin bestanden, den Brief in die Hände des Herzogsabzuliefern. Aber Heinrich war gewohnt, nur einemUndankbaren Gefälligkeiten zu erzeigen und er wolltesich dieser Gesandschaft zu verschiednen Zwecken bedie-nen. Er wendete sich zu mir, und sagte mir, er hieltees für gut, daß ich das Schreiben überbrächte; dennwenn auch dieses nicht Hinreichte, um Bouillon beyseiner Pflicht zu erhalten, so könnten es vielleicht dieWorte eines Mannes, der das Recht hätte, sie ihmnachdrücklich vorzustellen, und wenn beides fehlschlüge,so wäre es doch nochwendig, die geheimen Gesinnungendes Herzogs auszuforschen, und das Testament unddie vorgebliche Schenkung der Frau von Bouillon ge-nauer zu untersuchen.

Diese Gesandschaft kam mir grade so vor, als je-ne, die mir den Haß der Prinzessin von Navarra unddes Grafen von Soiffons zugezogen hatte; und meineerste Bewegung, indem ich sie erhielt, war Verdruß,daß der Dienst des Königs mir immer so widrige Auf-träge zuzöge. Heinrich erriech einen Theil von demwas in meiner Seele vorgieng, und er unterließ nichts,wovon er glaubte, daß es das' bittre dieses Auftragsvermindern könnte. Ec sagte mir, der glückliche Er-folg, den das Schicksal mit allen Sachen, die ich un-ternähme, gleichsam als einen Lohn meiner Treue ver-