XXXVI Fortges. Gesch. der ftanzös. Unruhen,
sten Gehorsam» Die Rebellion bekam von jetztan eine mehr regelmäßige Gestalt, die einzelnenUnternehmungen mehr Beziehung aufs Ganze,mehr Zusammenhang; jetzt erst wurde die Parteyzu einem organischen Körper, den ein denkender ^Geist beseelte. Zwar hatten sich Katholische undReformierte schon lange vorher in einzelnen kleinenKämpfen gegen einander versucht, einzelne Edel-leute hatten in verschiedenen Provinzen zu denWaffen gegriffen, Soldaten geworben, Städtedurch Ueberfal! gewonnen, das platte Land ver-heert, kleine Schlachten geliefert, aber diese ein-zelnen Operationen, soviel Drangsale sie auch aufdie Gegenden hausten, die der Schauplatz dersel-ben waren, blieben für das Ganze ohne Folgen,weil es sowohl an einem bedeutenden Platz als aneiner Hauptarmee fehlte, die nach einer Nieder,läge den flüchtigen Truppen eine Zuflucht gewährenkonnte.
Im ganzen Königreiche waffnete man sichjetzt, hier zum Angriffe und dort zur Gegenwehr;besonders erklärten sich die vornehmsten Städteder Normandie, und Rouen zuerst, zu Gunstender Reformierten. Ein schrecklicher Geist der Zwie«tracht, der auch die heiligsten Bande der Naturund der politischen Gesellschaft auflößte, durchliefdie Provinzen. Raub, Mord und mvrdrische Ge-fechte bezeichneten jeden Tag; der grausenvolle
Anblick