durch seine Leibwoche in seinen Vorzimmern ermorden ließ.Der Kardinal von Bourbon wurde gefangen genommen. DieBrüder de6 Herzogs von Guts« ergriffen die Flacht. Erwollte auf keine von den vielen Warnungen hören, die er er«halten halte. Man sagt, daß die Marqnisin von NoirmourHer, die unter dem Namen Frau von Sauves soviel Leermen gemacht hatte, blos deswegen kam, die Nacht bei) ihn»zuzubrlngen, daß sie aber weder durch Bitten noch durchGründe ihn abhaiten konnte, den folgenden Tag in denStaatSralh zu gehen.
Der Herzog von Guise war den Katholiken lieb, und be«sonders dem Volk, das ihn beynahe anbetete. Es nannterhn nicht anders, als Notrc Grand. Er Harke auf der linkenWange unter dem Äuge eine Narbe, die ihn den Katholischennur noch ehrwürdiger machte, denn er hatte sie in einem Tref-fen gegen die Hugenotten erhalten, bey Ehateau-Thierry,wo ein deutscher Reiter ihm mit dem Pistol ins Gesicht schoß.Seine Verwandten hingegen, die er mit unerträglichem Stolzund Harte behandelte, haßten ihn so sehr, daß sie, aus Furchtin die Hände eines Tiranncn zu fallen, Heinrich dem III. diesichersten Nachrichten von seinen Schritten und Absichten ge-ben ließen. Aber der König glaubte ihnen nicht, eben sowenig als der Herzog den Warnungen, die er von den Hof-leuten erhielt. Beide dachten, man wolle sie nur dadurch be-wegen, ihre Unternehmungen aufzugeben, und der Versamm-lung zu BloiS ein Ende machen, wo >eder von ihnen nochviel zu gewinnen hoffte. > Heinrich III. wollte den Herzog An-fangs blos gefangen nehmen, aber fand soviel Gefahr dabey,und noch mehr bey der nachherige» Verwahrung seines Ge-fangnen, daß er sich entschloß, ihn ermorden zu lassen. Diebeiden Leichen wurden mir frischem Kalk bedeckt, die Knoche«in einem Zimmer des Schlosses verbrannt und die Asche i«den Wind gestreuct.
Unstreitig gewann der König von Navarra, der an die-sem Verbrechen keinen Antheil hatte, am meisten dadurch. ESist sehr wahrscheinlich, daß, so lange der Herzog von Guisegelebt hätte, ihm alle Wege zum Thron wären versperrt ge-blieben. „Ich habe eS lange voraus gesehen, sagte er, daß„die Herren von Guise nicht im Stande seyn würden, die U n->„ternehmung, die sie sich in den Kopf gesetzt hatten, oh ne
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